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Nach dem Rewe-Rückzug: Poker um co op

aus DER SPIEGEL 21/1990

Die Zukunft der schlingernden Handelskette co op ist wieder völlig offen. Am Donnerstag vergangener Woche zog die Einzelhandelsorganisation Rewe ihr Angebot zur Übernahme aller 1900 co-op-Filialen im Bundesgebiet zurück. Zwischen Rewe-Chef Hans Reischl und DG-Bank-Chef Helmut Guthardt, dessen Kreditinstitut die Mehrheit der co-op-Anteile hält, war es zum Streit gekommen: Banker Guthardt wollte mitmischen beim Weiterverkauf jener Filialen, die von der Rewe aus kartellrechtlichen Gründen abgestoßen werden müssen. Händler Reischl, wegen des Komplett-Angebots von den eigenen Genossen ohnehin heftig kritisiert, sah sein Konzept gefährdet. Schließlich reduzierte die Rewe ihr Angebot: Sie will nun nur noch die rund 600 Läden in den Regionen Berlin, Stuttgart und Bayern, dem größten Problemgebiet der co op, übernehmen. Co-op-Aufsichtsratschef Hans Friderichs sagte daraufhin die für Sonntag geplante Sitzung des Kontrollgremiums ab. Voraussichtlich am Mittwoch dieser Woche wird der Aufsichtsrat zusammenkommen. Bis dahin hofft Friderichs auch Angebote neuer Interessenten für die übrigen Regionen präsentieren zu können: Im Gespräch sind der Handelsgigant Metro, der an den Plaza-Märkten interessiert ist, die Spar und ein Unternehmen aus dem Ausland. Auf jeden Fall ist Eile geboten: Das der co op zur Verfügung stehende Kapital ist schon fast wieder aufgebraucht.

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