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Nach Manila auf Kosten der Kasse

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aus DER SPIEGEL 30/1985

Deutsche Touristen haben eine einfache Methode entdeckt, kostspielige Auslandsreisen zu finanzieren: Sie betrügen ihre Krankenversicherung. Das wird ihnen durch organisierte Banden leichtgemacht, die ihnen beispielsweise in südostasiatischen Städten wie Bangkok oder Manila sowie in den touristischen Zentren Südamerikas und Afrikas gefälschte Rechnungen anbieten. Der Reisende läßt sich - auf Papier mit Briefkopf, Stempel und Unterschrift - Arzthonorare oder Zahlungen für Krankenhausaufenthalte bestätigen. Die Summe bestimmt er selbst, 20 bis 30 Prozent zahlt er an den Verkäufer der Papiere. »Diese Betrügereien«, sagt Uwe Förste von der Hamburger Versicherungsgesellschaft Deutscher Ring, »nehmen ein immer größeres Ausmaß an.« Manche druckten sich die Rechnungen, so Förste, »gleich zu Hause aus dem Setzbaukasten, die fahren erst gar nicht los«. Der Deutsche Ring prozessiert bereits mit mehreren solcher faulen Kunden. Die Versicherungsunternehmen wollen sich künftig mit schwarzen Listen gegen Betrüger wehren. Dubiose Krankenhäuser oder Ärzte sind darin ebenso verzeichnet wie Kunden, die regelmäßig auf Reisen krank werden.

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