Namensänderung Philip Morris will Tabakgeruch loswerden

Philip Morris versucht seit längerem, von der Zigarettenabhängigkeit loszukommen. Zuerst wurden Lebensmittelhersteller und Bierbrauer übernommen, jetzt wird der Name geändert.


New York - In Zukunft soll Philip Morris, einer der bekanntesten Firmennamen weltweit, dem Kunstwort Altria weichen. Man werde die Änderung auf der Hauptversammlung im April 2002 vorschlagen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Mit dem Namen Altria wolle das Unternehmen zeigen, dass es immer höher hinauswolle, sagte Philip-Morris-Chef Geoffrey Bible und verwies auf das lateinische Wort "altus" (hoch). Außerdem soll damit deutlich gemacht werden, dass das Tabakgeschäft mittlerweile nicht mehr alleiniger Schwerpunkt der Gruppe ist.

Zu Philip Morris gehört neben dem gleichnamigen Zigarettenkonzern ("Marlboro") der Lebensmittelhersteller Kraft Foods und die Brauerei Miller. Die Teilgesellschaften sollen den Planungen zufolge ihre bisherigen Namen behalten. Ob das Börsenkürzel "MO" geändert wird, ist noch nicht entschieden.

David Kessler, Dekan der Medizin-Fakultät von Yale und ehemaliger Chef der amerikanischen Aufsichtsbehörde Food an Drug Administration, sieht in dem Vorhaben nichts als Feigheit. "Sie rennen weg vom Tabak", sagte er der "New York Times". Auch Matthew Myers, Chef einer Anti-Raucher-Initiative, ist von der geplanten Namensänderung wenig begeistert. "In manchen Fernsehsendungen wird im Abspann geschrieben: 'Die Geschichte ist wahr, die Namen wurden geändert, um die Unschuldigen zu schützen. Bei Philip Morris ist das genau umgekehrt. Der Name wird geändert, um den Schuldigen zu schützen."



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