Nach Kritik an Politik-Berichterstattung NDR-Rundfunkrat prüft Vorwürfe möglicher politischer Einflussnahme in Kiel

Nach Medienberichten über eine eventuelle Beeinflussung der Politik-Berichterstattung beim NDR in Kiel wollen die Verantwortlichen der Sache nun auf den Grund gehen. Der NDR weist die Anschuldigungen zurück.
Sondersitzung des Rundfunkrats: Einfahrt zum Landesfunkhaus Schleswig-Holstein des NDR in Kiel

Sondersitzung des Rundfunkrats: Einfahrt zum Landesfunkhaus Schleswig-Holstein des NDR in Kiel

Foto: Axel Heimken / dpa

Nach Vorwürfen gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) am Standort Kiel, die Politik-Berichterstattung zu beeinflussen, leitet der unabhängige Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein eine Prüfung ein. »Wir als allein zuständiges Kontrollgremium werden diese Prüfung durchführen und dort, wo es notwendig ist, externen Sachverstand hinzuziehen. Wir nehmen die erhobenen Vorwürfe sehr ernst«, sagte die Vorsitzende Laura Pooth am späten Montagabend nach einer Sondersitzung. Die Gremiumsmitglieder werden demnach Unterlagen und Informationen einholen und Gespräche führen.

Der Fall dreht sich um Vorwürfe im Zusammenhang mit der Politik-Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders. Das Onlinemedium »Business Insider« und danach der »Stern« hatten über Vorwürfe berichtet, wonach es eine Art Filter durch die Vorgesetzten in der Redaktion geben könnte. Dabei ging es beispielsweise um ein Interview, das ein NDR-Journalist habe führen wollen, was seine Vorgesetzten aber abgelehnt hätten.

Der Chefredakteur des NDR für Schleswig-Holstein, Norbert Lorentzen, hatte danach gesagt, man weise den »Vorwurf politischer Einflussnahme auf unsere Programme entschieden zurück«. Ähnlich äußerte sich der ARD-Sender NDR in einem Statement. »Den Vorwurf, es gebe einen ›politischen Filter‹ im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein, weist der NDR zurück. Die Berichterstattung ist unvoreingenommen und unabhängig.«

kig/dpa-AFX

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