Nein zum Euro Krone sinkt leicht

Der Kurs der schwedischen Krone ist am Montag nach dem Nein beim Euro-Referendum leicht gesunken. Nach Eröffnung des Handels in Stockholm verteuerte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf 9,16 Kronen von 9,08 Kronen am Freitag. Der Dollar stieg auf 8,14 Kronen von zuvor 8,05 Kronen.


Stockholm - Die Veränderung wurde von Beobachtern ebenso wie ein leichter Anstieg bei den Zinsen auf Staatsobligationen als moderat und erwartungsgemäß eingestuft. Die schwedische Reichsbank erklärte, sie werde ihre Zinspolitik nach der Volksabstimmung unverändert an dem Ziel einer Inflationsrate von höchstens 2 Prozent ausrichten.

Nach Ansicht des Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank, Wolfgang Roth, hat die Ablehnung nichts mit der Skepsis gegen den Euro selbst zu tun. Vielmehr stehe dahinter die Angst vor der "Brüsseler Zentrale" und ihrer Bürokratie, sagte Roth am Montag im DeutschlandRadio Berlin. Der Stabilitätspakt habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Die Schweden hatten am Sonntag mit 56,2 Prozent gegen die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung gestimmt.

Roth wies daraufhin, dass die Entscheidung gegen den Euro für die Praxis in Schweden kaum Auswirkungen haben werde. "Diese Geschichte mit dem Euro ist ja was ganz Seltsames. Kleine Länder wie Schweden müssen sich ja außerhalb des Euros so verhalten, als hätten sie den Euro." Schweden sei in der Geld- und Währungspolitik nicht unabhängig. Was die Europäische Zentralbank (EZB) über Zinsen oder Veränderungen des Geldangebots entscheide, müsse Schweden mitmachen.

"Man könnte kritisch zu den Schweden sagen: Ihr müsst alles mitmachen, was bei der Zentralbank entschieden wird, aber ihr dürft nicht mitentscheiden."

Volkswirte: Schwedens Nein kein Misstrauensvotum

Auch nach Einschätzung von Volkswirten ist der Ausgang der Abstimmung kein Misstrauensvotum gegen den Euro. "Die Schweden haben aus innenpolitischen Gründen mit Nein gestimmt. Zweifel an der Stabilität des Euro waren nicht der Grund für die Ablehnung", sagte Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Münchener Hypo-Vereinsbank, dem "Tagesspiegel". Die wirtschaftlichen Konsequenzen für den Euroraum seien daher gering. Er erwarte für Montag nur eine marginale Reaktion des Euro-Kurses.

Hartmut Engelke, Währungsexperte bei der Bankgesellschaft Berlin, hält das Ergebnis der Abstimmung für ein Signal: "Das Nein der Schweden zum Euro wird dazu führen, dass andere Länder erst einmal Abstand von einem Referendum über den Beitritt nehmen werden." Das Image des Euro sehe er aber nicht beschädigt.



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