Neuanfang Chrysler sieht auch ohne Daimler eine Zukunft

Trennung von Daimler? Kein Grund für Chrysler-Chef Tom LaSorda, jetzt Trübsal zu blasen. Er sieht den neuen Großaktionär Cerberus auf seiner Seite - und der beschlossene Sanierungsplan soll auch eins zu eins in die Tat umgesetzt werden.


Detroit - Cerberus habe sich zu den Zielen für die kommenden Jahre bekannt, sagte LaSorda gestern Abend in einer Telefonschaltkonferenz. Der von DaimlerChrysler Chart zeigen im Februar verkündete Sanierungsplan, der unter anderem den Abbau von weiteren 13.000 Stellen bei Chrysler vorsieht und das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen soll, sei auf uneingeschränkte Zustimmung gestoßen. Auch habe Cerberus den gegenwärtigen Produktionsplan gebilligt und auch die geplanten Investitionen in Werke abgesegnet. Ziel bleibe eine Umsatzrendite von 2,5 Prozent bis zum Jahr 2009.

Chrysler-Chef LaSorda: Investitionsplan abgesegnet
REUTERS

Chrysler-Chef LaSorda: Investitionsplan abgesegnet

Weitere Stellenstreichungen seien nicht geplant, sagte LaSorda. Unter der neuen Führung wolle Chrysler vielmehr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Dabei stehe der ehemalige DaimlerChrysler-Manager Wolfgang Bernhard als Vertreter von Cerberus beratend zur Seite. Dem Management von Chrysler werde er jedoch nicht angehören, stellte LaSorda klar und wiederholte damit Aussagen von DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche am Montag.

Nach der Trennung von Daimler seien jedoch zusätzliche Anstrengungen nötig, um auf den internationalen Märkten präsenter zu sein, ergänzte der Chrysler-Chef. Es gelte vor allem, die Abhängigkeit vom hart umkämpften US-Markt zu verringern. Dort will der Autobauer künftig auch mit kleineren Modellen punkten, um der neuen Kundenorientierung Rechnung zu tragen.

Von der zunehmenden Nachfrage nach sparsamen Autos hätten in den vergangenen Jahren vor allem die japanischen Autobauer profitiert. Dementsprechend halte Chrysler an dem Plan fest, gemeinsam mit dem chinesischen Autobauer Chery einen Kleinwagen zu bauen, sagte LaSorda. Hier stehe aber noch die Genehmigung der chinesischen Regierung aus.

Neun Jahre nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler hatte DaimlerChrysler am Montag den Verkauf der Chrysler-Mehrheit für 5,5 Milliarden Euro bekannt gegeben. 80,1 Prozent der Anteile gehen an Cerberus, die übrigen 19,9 Prozent verbleiben bei dem Stuttgarter Unternehmen, das sich künftig nur noch Daimler AG nennen will. Die Transaktion soll im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.

mik/dpa-AFX/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.