Neue Börsen-Blamage Pannen, Patzer, Google

Ein paar Monate ist es erst her, dass der Börsengang von Google als eine der größten IPO-Chancen des Jahres galt. Dann begann eine Serie von Pannen und Patzern. Jetzt gibt es neue Komplikationen: Die US-Börsenaufsicht hat die Genehmigung für die Aktienausgabe wider Erwarten immer noch nicht erteilt.


Google-Zentrale: Wann tickert das Kürzel "GOOG" über die Börsenlaufbänder?
AP

Google-Zentrale: Wann tickert das Kürzel "GOOG" über die Börsenlaufbänder?

New York/Mountain View - Die Registrierungsunterlagen, die von Google eingereicht worden waren, seien bis zum Schluss des Arbeitstages noch nicht für gültig erklärt worden, erklärte John Heine, Sprecher der Aufsichtsbehörde SEC. Die Erklärung der Aufsichtsbehörde ist aber für eine Erstemission von Aktien amerikanischer Unternehmen und deren Verkauf an Interessenten notwendig. Damit stockt die Neuemission von 25,7 Millionen Aktien im Gesamtwert von bis zu 3,5 Milliarden Dollar nach mehreren Verzögerungen schon wieder.

Google nahm keine Stellung. Die Firma hatte die SEC aufgefordert, ihre Unterlagen bis Dienstag um 16 Uhr Ortszeit zu bearbeiten. Da dies bisher nicht geschehen ist, kann Google auch seine auf einer ungewöhnlichen Auktion angebotenen Aktien noch nicht verkaufen und sie dann an der Nasdaq-Börse unter dem Aktienzeichen "GOOG" notieren lassen. Der angestrebte Verkaufspreis liegt zwischen 108 Dollar und 135 Dollar je Aktie.

"Playboy" und die Schweigepflicht

An der Wall Street gab es Spekulationen über die Gründe der Verzögerung. Es ist nach Darstellung von Wertpapierexperten möglich, dass sich die SEC einfach mehr Zeit bei der Überprüfung der umfangreichen und mehrfach geänderten Unterlagen lassen wollte. Es sei auch denkbar, dass die SEC zusätzliche Informationen einfordern werde.

Die Auktion war für Google von zahlreichen Pannen begleitet. Die SEC und bundesstaatliche Aufsichtsbehörden hatten im Zusammenhang mit der Verteilung von Aktien an Google-Mitarbeiter in früheren Jahren informelle Anfragen vorgenommen. Google hatte in der jüngsten Version seiner Emissionsunterlagen an die SEC auch ein "Playboy"- Interview im Wortlaut einbringen müssen, das möglicherweise gegen die staatlichen Schweigevorschriften während des langwierigen Börsengangs verstoßen hatte.

Gesamtwert der Firma bei 36 Milliarden?

Die Google-Aktienauktion wird von insgesamt 28 Investmentbanken begleitet, die die bei der Versteigerung eingehenden Offerten der Kaufinteressenten seit vergangenem Freitag entgegengenommen haben. Dazu zählt auch die Deutsche Bank Securities.

Google selbst will bei dem Börsengang 14,14 Millionen Aktien verkaufen, während existierende Google-Aktionäre 11,55 Millionen Aktien unterbringen wollen. Sollte der angestrebte Preisrahmen erreicht werden, würde dies je nach tatsächlichem Verkaufskurs einen Gesamtemissionswert zwischen 2,8 Milliarden Dollar und 3,5 Milliarden Dollar bedeuten.

Es wird allerdings nur ein kleiner Teil aller Google-Aktien bei dem Börsengang an freie Aktionäre verkauft. Google hat nach der Emission insgesamt 271,2 Millionen Aktien ausstehen. Der Gesamtwert aller Google-Aktien könnte bei Erreichen des Höchstpreises bis zu 36 Milliarden Dollar erreichen.



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