Neue Kredite für US-Autobauer Milliarden-Nachschlag soll GM und Chrysler retten

Neue Hilfszahlungen auf dem Weg: Die Auto-Arbeitsgruppe der Obama-Regierung ist bereit, die Krisenkonzerne General Motors und Chrysler mit weiteren Staatshilfen zu stützen und so deren Pleite zu verhindern. Die Manager sollen jedoch strenge Auflagen einhalten.


New York - Gemeinsam haben General Motors Chart zeigen und Chrysler bereits staatliche Kredite über 17,4 Milliarden Dollar erhalten, umgerechnet rund 12,9 Milliarden Euro. Die angeschlagenen US-Autobauer fordern aber noch weitere 22 Milliarden Dollar (16,3 Milliarden Euro). Die US-Regierung zeigt sich nun laut "Wall Street Journal" offen für weitere Staatshilfen. Die Zeitung zitiert Mitglieder der von Präsident Barack Obama eingesetzten Auto-Kommission (Task Force). Demnach wolle die Regierung eine Pleite der Konzerne verhindern und hält GM und Chrysler prinzipiell für zukunftsfähig.

Produktionslinie von Dodge/Chrysler in Warren, Michigan: Frist bis Ende März
AFP

Produktionslinie von Dodge/Chrysler in Warren, Michigan: Frist bis Ende März

Auch Senator Carl Levin aus dem Autostaat Michigan erklärte am Mittwochabend, es sei klar, dass mehr Hilfe auf dem Weg sei. Zusagen würden aber mit neuen Bedingungen zur Restrukturierung der Konzerne verknüpft.

Für eine Entscheidung der Regierung sollen GM und Chrysler bis Dienstag, 31. März, ihr endgültiges Sanierungskonzept vorlegen. Darin müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Konzerne nachvollziehbar begründet werden.

Entspricht das Konzept den Erwartungen der Regierung, plant die Task Force weitere Bedingungen zu definieren und einen detaillierten Zeitplan für die Sanierung aufzustellen, schreibt das "Wall Street Journal". Die Kommission werde zudem Einschnitte von Management, Gewerkschaften und Gläubigern verlangen. Die Hilfen würden möglicherweise nicht unmittelbar ausgezahlt, um ein Druckmittel zu haben.

GM wollte sich zu den Berichten über weitere Hilfen nicht äußern, bei Chrysler war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Auch die deutsche Regierung hat ihre Unterstützung für Opel vom konkreten Rettungskonzept für GM abhängig gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt einen Einstieg des Staates bei Opel nach wie vor ab. Der deutsche Autobauer will zu seiner Rettung unabhängiger von der Mutter GM werden und sucht Investoren.

Die Auto-Kommission der US-Regierung befürworte zudem die geplante Allianz des italienischen Fiat-Konzerns mit Chrysler, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer. Durch einen Einstieg von Fiat Chart zeigen soll der US-Autobauer unter anderem seine Modellpalette um kleinere und spritsparende Modelle erweitern können.

Von den großen drei US-Herstellern hat nur Ford die Unterstützung der Regierung als nicht notwendig abgelehnt, obwohl das Unternehmen ebenfalls in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

cte/Reuters/dpa-AFX



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