Neue Machtverhältnisse Porsche-Clan zieht an Piëch vorbei

Sie haben die Karten neu gemischt: Durch die Verschiebung von Aktienanteilen haben sich die Machtverhältnisse zwischen den Familien Porsche und Piëch deutlich verschoben - zugunsten des Porsche-Zweigs.

Hamburg - Die Familie Porsche verfügt insgesamt über 61,895 Prozent der Stammaktien an der Porsche Automobil Holding, die Familie Piëch nur über 38,105 Prozent. Die Porsche Automobil Holding wiederum hält knapp 31 Prozent am VW-Konzern und alle Stammaktien an der Sportwagenfirma Porsche.

Bislang hatte es stets geheißen, der Porsche-Zweig verfüge über 53,7, die Piëchs über 46,3 Prozent an der Porsche Holding. Unbemerkt von der Öffentlichkeit aber wurden nach Informationen des SPIEGEL die Anteile von Louise Daxer-Piëch bereits am 27. August 2003 in eine gemeinsame Firma mit zwei Porsche-Brüdern eingebracht. In der "Familien Porsche-Daxer-Piëch Beteiligung GmbH" sind die Anteile von Louise Daxer-Piëch, Ferdinand Alexander Porsche und Gerhard Porsche gebündelt. Diese GmbH hält 25,67 Prozent an der Porsche Holding. Durch diesen Wechsel erhöhte sich der Anteil des Porsche-Zweigs.

VW  -Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist nach Informationen des SPIEGEL unterdessen nicht nur aus dem Präsidium des Aufsichtsrats der Porsche Holding, sondern auch aus dem Präsidium des Aufsichtsrats der Sportwagenfirma Porsche   ausgetreten. Dies hat mit den geänderten Beteiligungsverhältnissen aber nichts zu tun und ist auch nicht als Rückzug zu werten. Piëch wird stattdessen in den Aufsichtsrat bei Audi einziehen.

Wolfgang Porsche, der Aufsichtsratsvorsitzende der Porsche-Holding, wehrte sich im SPIEGEL zudem gegen Kritik an Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. "Alle Porsche-Familienmitglieder stehen geschlossen hinter Wiedeking." Sie würden es "nicht zulassen, dass der Porsche-Chef beschädigt wird".