Neue Modelle, neue Motoren Volkswagen rüstet sich für Preiskrieg in China

Noch 2005 musste VW bei seinem Chinageschäft herbe Verluste einstecken - doch jetzt ist die Wende geschafft. 2006 fuhr der Autobauer rund 108 Millionen Euro Gewinn in China ein. Nun will der Konzern mit noch mehr Modellen und Öko-Motoren weiter punkten.

Von , Peking


Peking - Auf chinesischen Straßen sollen künftig, zusätzlich zu den bereits eingeführten über zehn Volkswagen Chart zeigen- und Audi Chart zeigen-Modellen, drei Skoda-Typen rollen. Das erklärte Winfried Vahland, Chef der Volkswagengruppe China, heute vor Journalisten. Den Anfang macht der Octavia, der noch in diesem Jahr eingeführt wird. Es folgen der Superb und der Fabia, die alle in Shanghai vom Band laufen werden. Zudem plant VW, schon in den nächsten Monaten den europäischen Passat in China zu produzieren, der im Reich der Mitte "Magotan" heißen soll.

Vorstellung des Polo Jinqing in Shanghai (Juni 2006): Dieses Jahr soll noch der Octavia in China eingeführt werden
DPA

Vorstellung des Polo Jinqing in Shanghai (Juni 2006): Dieses Jahr soll noch der Octavia in China eingeführt werden

Der Marktanteil von VW in China war wegen wachsender Konkurrenz und offenbar falscher Modellpolitik zwischen 2003 und Mitte 2005 von 31 auf 16 Prozent gesunken. Derzeit befinden sich die beiden Werke im nordöstlichen Changchun und in Shanghai in einem "stabilen Korridor" von rund 17 Prozent, erklärte Vahrland.

Schon 2006 fuhr VW China wieder einen Gewinn von 108 Millionen Euro ein, ein Jahr zuvor hatte der Konzern mit seinen beiden chinesischen Partnern noch rote Zahlen (119 Millionen Euro) geschrieben. Auch die Zukunftsaussichten sind gut: Im ersten Quartal 2007 stieg der Absatz um 23 Prozent. Mit 202.623 Fahrzeugen wurden in China damit mehr Autos verkauft als je zuvor in einem ersten Quartal.

Am beliebtesten bei den Chinesen sind der Jetta und die zwei Santana-Modelle. "Nicht zufriedenstellend", so Vahland, läuft dagegen der Verkauf des kleinen Lieferautos Caddy. Der Gol kam bei den Chinesen überhaupt nicht an, VW hat seine Produktion inzwischen eingestellt.

Vahland erwartet auch in Zukunft einen heftigen Preiskampf. Seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO 2001, der die Einfuhr preisgünstiger Fahrzeuge ermöglichte, sanken die Autopreise im Schnitt um ein Drittel. Bis 2010 werden, so schätzte der VW-Manager, die Autos um weitere zehn bis elf Prozent billiger werden.

Um sich der Konkurrenz zu erwehren, will die Volkswagengruppe in China fortan umweltfreundlichere Autos verkaufen. Das Unternehmen werde bis 2010 den Energieverbrauch und die Emissionen seiner Modelle "um mehr als 20 Prozent" reduzieren, versprach Vahland. Dieses Ziel wollen die Autobauer unter anderem mit besseren Motoren erreichen, die in einem neuen Werk in der Hafenstadt Dalian montiert werden. Außerdem sollen in Zukunft mehr Autos Dieselmotoren erhalten. Bislang gibt es kaum Diesel-PKWs in China.



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