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LUFTHANSA Neue Streiks in Sicht

aus DER SPIEGEL 32/2008

Der Lufthansa drohen nach dem vergangene Woche beendeten Ausstand des Boden- und Kabinenpersonals noch deutlich massivere Streiks - von ihrer wichtigsten Beschäftigtengruppe, den Piloten. Um beim Gehalt zu ihren besserverdienenden Kollegen bei der Muttergesellschaft aufzuschließen, hatten Flugzeugführer der Lufthansa-Töchter Cityline und Eurowings bereits im Juli vorübergehend den Dienst verweigert - mit durchschlagendem Erfolg. Innerhalb von nur 36 Stunden fielen fast tausend Flüge aus, deutlich mehr als bei den jüngst von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di veranstalteten Protestaktionen. In den kommenden Tagen will die Pilotenvereinigung Cockpit (VC), in der ein Großteil der Lufthansa-Crews organisiert ist, ihren Druck auf den Konzern nun massiv verstärken. Neben den Cockpit-Bediensteten von Cityline und Eurowings sollen diesmal zusätzlich Flugzeugführer der Muttergesellschaft am Boden bleiben - zunächst allerdings nur im Rahmen eines auf drei Stunden befristeten Warnstreiks. Die Konzernpiloten hatten erst im Januar Lohnerhöhungen von gut fünf Prozent nebst einer Gewinnbeteiligung erstritten - und nutzen nun eine neugestellte Forderung, um ihren Kollegen beispringen zu können. Sollte der Vorstand nicht einlenken, könnte die konzertierte Aktion am Himmel das Unternehmen deutlich teurer kommen als der eher moderate Aufstand der Bodentruppen.

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