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ATOMABFALL Neue Verzögerung

aus DER SPIEGEL 12/2001

Die Genehmigung zur Endlagerung von schwach- und mittelaktivem Nuklearabfall im niedersächsischen Schacht Konrad verzögert sich noch einmal um deutlich länger als ein Jahr. Die Bundesregierung kann damit ihre der Atomindustrie im Energiekonsens gegebene Zusage nicht einhalten, das seit Jahren bei der Genehmigungsbehörde in Niedersachsen schwelende Verfahren zügig zu beenden. Grund für das Debakel: Umweltminister Jürgen Trittin wird von der EU-Kommission bedrängt, endlich die EU-Strahlenschutzrichtlinie in eine nationale Strahlenschutzverordnung umzusetzen - das ist seit dem 13. Mai 2000 überfällig. Die neue und verschärfte Verordnung soll nun im März vom Kabinett gebilligt werden, mit weit reichenden Folgen für das Konrad-Genehmigungsverfahren. Denn nun muss zunächst der rund 600 Seiten starke Genehmigungsantrag neu geschrieben und in zahllosen technischen Einzelheiten an das neue Recht angepasst werden. Dann werden sich die Gutachter darüber beugen, anschließend wieder die Genehmigungsbeamten. Das niedersächsische Umweltministerium gibt sich überzeugt, für die komplizierte Arbeit nur ein Jahr zu benötigen. Damit könnte Konrad frühestens im Mai oder Juni 2002 für nuklearen Abfall geöffnet werden.

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