Neue Vorwürfe gegen Peter Hartz "Viel Geld geflossen"

Anfang der Woche wurde der frühere VW-Vorstand Peter Hartz erneut im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre bei dem Konzern vernommen. Nun werden neue Vorwürfe gegen ihn laut: Einer Zeitung zufolge soll Hartz Sonderboni in Höhe von einer Million Euro an den früheren Betriebsratschef gewährt haben.


Hamburg - Die Bonus-Summe für den Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert liege "in Höhe eines siebenstelligen Betrages", sagte eine mit den Ermittlungen gegen Hartz vertraute Person laut Nachrichtenagentur Reuters. Auch die "Welt" hatte berichtet, Hartz habe Volkert Boni in Höhe von einer Million Euro gewährt. Stellungnahmen von Hartz sowie von Volkert waren am Freitag nicht zu erhalten.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zu Wochenanfang gesagt, nach Hartz' Angaben sei "viel Geld geflossen", er wollte die Zahlungen aber nicht beziffern. Sie stehen Justizkreisen zufolge im Zusammenhang mit kostspieligen Reisen, die Volkert mit seiner brasilianischen Geliebten unternommen habe.

Hartz hatte bei der Vernehmung am Montag vier Stunden zu den Vorwürfen Rede und Antwort gestanden. Dabei hatte der frühere Personalvorstand auch die strafrechtliche Verantwortung für die Zahlungen an Volkert übernommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Betriebsrat durch Zahlungen gefügig gemacht werden sollte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hartz wegen Untreue und Begünstigung. Bis zum Jahresende wollen die Ermittler entscheiden, ob Anklage gegen den Manager und Vater der Hartz-Sozialreformen erhoben wird. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Geldstrafe oder Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Volkert war nach dem Bekanntwerden der Affäre um Korruption, Lustreisen und Bordellbesuche bei VW vor mehr als einem Jahr als Betriebsratschef zurückgetreten und hatte den Konzern verlassen. Kurze Zeit später übernahm Hartz die Verantwortung für die Vorgänge in seinem Ressort.

In der seit Sommer 2005 schwelenden VW-Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 13 Verdächtige, darunter neben Hartz und Volkert auch gegen weitere ehemalige Manager.

itz/Reuters



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