Neue Zeugenaussage Deutsche sollen dem Irak rollende Labors geliefert haben

Die Beweise dafür, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt, kommen möglicherweise ausgerechnet von einem deutschen Entwicklungshelfer. Danach sollen deutsche Firmen mindestens acht mobile Labors für biologische und chemische Kampfstoffe aus der Bundesrepublik geliefert haben.


Haben kaum eine Chance, die rollenden Chemielabors zu finden: UN-Inspektoren im Irak
AFP

Haben kaum eine Chance, die rollenden Chemielabors zu finden: UN-Inspektoren im Irak

Berlin - "Sicher ist, dass noch Ende der achtziger Jahre mindestens acht dieser mobilen Labors aus der Bundesrepublik Deutschland in den Irak geliefert worden sind", sagte der für Medico International tätige Entwicklungshelfer Hans Branscheidt dem ARD-Magazin "Report München". Branscheidt bestätigte seine Aussagen auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Entwicklungshelfer hat nach eigenen Angaben die Fahrzeuge im Jahre 1988 des öfteren im Irak gesehen.

Die Labors könnten nicht nur zum Schutz der eigenen Truppen verwendet werden, sondern auch zur Produktion etwa von Pockenviren. Die Zahl von acht Labors habe er aus einem Bericht der Bundesregierung an das Parlament aus dem Jahre 1991 entnommen. Er könne leider nicht konkreter werden, sagte Branscheidt weiter.

Vom Bundeswirtschaftsministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der amerikanische Außenminister Colin Powell hatte am 5. Februar vor dem UNO-Sicherheitsrat gesagt, Irak verfüge über mobile Waffenlabors. Die USA werfen Irak vor, trotz internationalen Drucks nicht abzurüsten und gegen die UNO-Resolutionen zu verstoßen. Die Regierung in Washington hat dem Land schon mehrfach mit einem Militärschlag gedroht.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.