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Neuer Anlauf für Sonntagsschicht

aus DER SPIEGEL 29/1989

Der Reifenhersteller Uniroyal will in einem zweiten Anlauf doch noch zusätzliche Wochenendarbeit für das Werk in Aachen durchsetzen. Ursprünglich wollte das Unternehmen 400 Jobsuchende einstellen und samstags und sonntags jeweils zwölf Stunden antreten lassen. Weitere acht Stunden sollten die Freiwilligen an einem normalen Wochentag arbeiten. Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Hermann Heinemann lehnte den Plan ab, weil die sogenannte Conti-Schicht gegen das Verbot der Sonntagsarbeit verstößt; und weil Uniroyal, anders als der Böblinger Chip-Hersteller IBM, keinen erhöhten Ausschuß nachweisen kann. Nun sollen die neuen Kollegen samstags von 6 bis 18 Uhr und sonntags von 18 Uhr bis montags früh um 6 werken. Das modifizierte Modell hat gute Chancen auf Genehmigung: Zwischen Samstag- und Sonntagabend hätten die Beschäftigten, wie es das Gesetz verlangt, einen vollen Tag frei. Dennoch ist ungewiß, ob Uniroyal künftig sonntags Reifen produziert. Inzwischen soll sich die Uniroyal-Mutter Continental quer legen. Deren Vorstand, vermuten Tarifexperten der IG Chemie, will keinen Krach mehr wegen der Sonntagsarbeit und die neuen Jobs lieber im Ausland schaffen.

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