Neuer Boeing-Jet Softwareprobleme verzögern Erstflug des "Dreamliners"

Aus dem Jungfernflug des Boeing "Dreamliners" im September wird nichts: Einem Zeitungsbericht zufolge kämpft der US-Flugzeughersteller mit Softwareproblemen. Das könnte auch die Auslieferung des neuen Jets verzögern - was dem Konzern teuer zu stehen käme.


Seattle - Der Erstflug des neuen Langstreckenfliegers von Boeing, des 787 "Dreamliners", soll sich einem Pressebericht zufolge nochmals verzögern. Boeing Chart zeigen kämpfe damit, diverse elektronische Systeme in das Flugzeug zu integrieren, berichtet die Zeitung "Seattle Post-Intelligencer" unter Berufung auf informierte Kreise. Vor allem das Installieren der Software werde länger dauern als erwartet. Daher werde die Maschine voraussichtlich doch erst im Oktober zum Erstflug abheben können. Ursprünglich war der Termin für Ende August geplant, wurde dann aber auf Ende September verschoben.

Boeing-Chef Jim McNerney hatte allerdings bereits im Juli angedeutet, dass sich der Jungfernflug des "Dreamliners" möglicherweise verzögern könnte. Allerdings würden die Techniker "rund um die Uhr" daran arbeiten, das Flugzeug für den ersten Testflug startklar zu bekommen.

Damit gerate aber auch der übrige, enge Zeitplan für die neue Maschine ins Wanken, schreibt das Blatt. Die erste Auslieferung des "Dreamliners" ist im Mai kommenden Jahres an die japanische Fluglinie All Nippon Airways (ANA) geplant. Nach Informationen der Zeitung könnte es nun aber zu Verspätungen kommen. In diesem Fall müsste Boeing Strafzahlungen an seine Kunden leisten. Den Konzern könnte das teuer zu stehen kommen, da bereits nahezu 700 Bestellungen für das Flugzeug vorliegen.

Auf Anfrage teilte Boeing der Zeitung mit, der Zeitplan stehe, wonach der Flieger 2008 in Dienst gehen soll. McNerney sagte der Zeitung zufolge während einer Analystenkonferenz, es könne mit dem anvisierten Liefertermin auch dann noch klappen, wenn der Jungfernflug im Oktober stattfinde. "Aber das ist nicht der Plan. Der Plan ist, Ende September zu fliegen."

Der US-Konzern hatte die als Revolution in der Luftfahrt gehandelte Boeing 787 am 8. Juli mit einem großen PR-Event der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Der Airbus-Konkurrent verspricht den Fluglinien einen um 20 Prozent verringerten Spritverbrauch gegenüber vergleichbaren Maschinen, zum Beispiel durch den Einsatz leichterer Verbundstoffe anstelle des traditionell verwendeten Aluminiums.

kaz/dpa-AFX/AFP



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