Neuer Chefposten E.on-Chef Bernotat plant Wechsel zu BP

Der Nachfolgekampf bei BP geht in die nächste Runde: Laut einem Zeitungsbericht soll E.on-Chef Wulf Bernotat Chefaufseher beim britischen Ölkonzern werden. Erst am Mittwoch hatte der Top-Manager überraschend seinen Rückzug aus dem Energiekonzern erklärt.

Düsseldorf - E.on-Chef Wulf Bernotat will einem Pressebericht zufolge Chefaufseher beim britischen Ölkonzern BP werden. Der Manager habe Chancen auf den Posten des Chairmans, berichtete das "Handelsblatt" am Freitag unter Berufung auf Insider. Es sei aber noch nichts unterschrieben. BP sucht schon lange nach einem neuen Chef für das eigene Kontrollgremium. Ein Chairman in einem angelsächsischen Unternehmen hat im Vergleich zu einem Aufsichtsratsvorsitzenden in Deutschland mehr Einfluss auf das operative Geschäft.

E.on wollte die Personalie nicht kommentieren. In BP-Kreisen äußerte man sich zurückhaltend. Bernotat sei zwar ein Kandidat. Es wäre aber schwierig, einen Ausländer durchzusetzen, hieß es.

Bernotat hatte am Mittwoch auf der Hauptversammlung von E.on angekündigt, dass er seinen 2010 auslaufenden Vertrag nicht verlängern will. Er ist seit 2003 Chef des größten deutschen Energiekonzerns. Der 60-Jährige wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen jenseits des operativen Geschäfts stellen, sagte er den Aktionären. In der Ölbranche gilt er als Fachmann. Vor seinem Wechsel 1996 zum E.on-Vorgänger VEBA war er mehr als 20 Jahre Manager beim BP-Konkurrenten Shell.

Der bisherige BP-Chairman Peter Sutherland, früherer Generaldirektor der Welthandelsorganisation und EU-Kommissar, wollte bereits im April zurücktreten. Nachfolger sollte der Chairman des Rohstoffkonzerns Rio Tinto, Paul Skinner, werden. Doch der verscherzte es sich mit den Aktionären, weil er erst die hohe Verschuldung von Rio Tinto zuließ und dann die Rettung durch ein chinesisches Staatsunternehmen vorantrieb.

wie/dpa-AFX
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