Neuer Job für Ex-US-Notenbankchef Greenspan geht mit 81 zur Allianz

Der legendäre Ex-Notenbankchef der USA, Alan Greenspan, hat einen neuen Job: Der 81-Jährige wird Berater des Fondsmanagers Bill Gross, der für die Allianz-Tochter Pimco arbeitet - und den weltgrößten Rentenfonds mit 100 Milliarden Dollar Vermögen verwaltet.


Hamburg - Alan Greenspan will's noch mal wissen: Eineinhalb Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Fed berät er die Fondsgesellschaft Pacific Investment Management Co. (Pimco) in Strategiefragen. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg heute. Greenspan, 81 Jahre alt, wird für Fondsmanager Bill Gross arbeiten, der unter anderem den mit 100 Milliarden Dollar Anlagevermögen weltgrößten Rentenfonds Total Return Fund managt.

Strategieberater Greenspan: Bis zu 150.000 Dollar pro Rede
AP

Strategieberater Greenspan: Bis zu 150.000 Dollar pro Rede

Gross steht dem US-Magazin "Forbes" zufolge mit einem Vermögen von 1,2 Milliarden Dollar auf der Liste der reichsten Amerikaner auf Platz 322 (Stand: 2006) und verdient bei Pimco jährlich 40 Millionen Dollar. Pimco wurde 1971 in Newport Beach, Kaliforniern, gegründet und gehört jetzt zum Münchner Versicherungskonzern Allianz. Insgesamt verwaltet Pimco Vermögenswerte über 680 Milliarden Dollar (504 Milliarden Euro). Das entspricht in etwa dem Zweieinhalbfachen des Bundeshaushalts für das Jahr 2007.

Mit Greenspan und Gross spielen nun nach Einschätzung des "Wall Street Journal" zwei der weltbesten Zinsexperten im gleichen Team. Zu den Vorhersagen, die Greenspan für Pimco machte, zählen nach Darstellung der Zeitung steigende globale Zinsen in den kommenden Jahren. Bereits im Februar hatte Greenspan prognostiziert, die US-Wirtschaft werde womöglich stagnieren. Damit vertrat er eine gegensätzliche Position zu Ben Bernanke, seinem Nachfolger im Amt des US-Notenbankchefs.

Pimco teilte mit, Greenspan werde im Rahmen der in dieser Woche unterzeichneten Vereinbarung jedes Quartal an einer strategischen Sitzung mit Pimco-Managern teilnehmen. Zudem werde er ein bis zwei Mal pro Woche mit ihnen in Konferenzschaltungen und per E-Mail kommunizieren.

Erstmals seit seinem Ausscheiden bei der Notenbank im Januar 2006 werde er auch über die Fed-Zinspolitik reden. Voraussetzung sei, dass die Unterhaltungen privat bleiben. Weder Greenspan noch Pimco hätten die Dauer und die finanziellen Konditionen der Vereinbarung bekannt gegeben, schreibt das "Wall Street Journal".

Greenspan hat seit seinem Ausscheiden bei der Fed ein Buch geschrieben, das im September veröffentlicht werden soll. Zudem hält er seither häufig Reden gegen Bezahlung. Der "New York Times" zufolge erhält er dabei bis zu 150.000 Dollar je Auftritt.

kaz/dpa



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