Neuer Karriereanlauf Ex-Vizepräsident Gore heuert bei Apple an

Al Gore bekommt einen neuen Job. Der gescheiterte Kandidat für das US-Präsidentenamt darf künftig den Computerbauer Apple mitkontrollieren.


Cupertino – Ex-US-Präsidenten haben es leicht. Mit Beraterverträgen und Vortragsreihen lässt sich der Lebensabend erträglich gestalten. Ex-Fast-Präsidenten haben es schwer. Wer will schon Vorträge übers Scheitern hören.

Apple-Aufseher Gore: Unglaubliche Menge an Kenntnissen und Klugheit
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Apple-Aufseher Gore: Unglaubliche Menge an Kenntnissen und Klugheit

So ging es wohl auch Al Gore. Nachdem der Demokrat zunächst seinen Herausforderer George W. Bush maßlos unterschätzte, um sich anschließend vom höchsten US-Gericht das Präsidentenamt wegurteilen zu lassen, wurde es ruhig um ihn.

Zum Glück hat Gore, der von 1993 bis 2001 zweiter Mann hinter Bill Clinton war, gute Freunde, allen voran Apple-Chef Steve Jobs. Der langjährige Unterstützer der Demokratischen Partei hievte ihn am Mittwoch in den Aufsichtsrat des Computerbauers.

"Al bringt eine unglaubliche Menge an Kenntnissen und Klugheit mit", sagte Jobs. Schließlich habe Gore in der "größten Organisation der Welt, der Regierung der Vereinigten Staaten, als Kongressabgeordneter, Senator und Vize-Präsident" gearbeitet. Zudem sei Gore ein begeisterter Apple-Nutzer, der seine Videos mit Final Cut Pro bearbeiten würde.

Dass Jobs ausgerechnet Gore in das Kontrollgremium berief, ist nicht überraschend. Der Politiker gilt als bekennender Internetfreund. So war es Gore der den geläufigen Begriff vom "Information Superhighway" prägte. Zuletzt stellte er sein Beraterwissen der Suchmaschine Google zur Verfügung.

Die Politikkarriere hingegen wurde für den wegen seines hölzernen Auftretens gefürchteten Intellektuellen zur Sackgasse. Nachdem er noch im Herbst vergangenen Jahres zur PR-Tour aufbrach, um sich als Herausforderer für die kommenden Wahlen in Position zu bringen, kündigte er im Dezember überraschend seinen Rückzug an. Die Demokratische Partei nahm dieses Selbstopfer erleichtert auf, galt Gore doch als leichte Beute für die Wahlkampfstrategen von George W. Bush.



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