Neuer Markt Telegate kommt unter die Räder

Die Aktie der Telefonauskunft Telegate ist am Neuen Markt um 40 Prozent eingebrochen. Das Münchner Unternehmen hatte die Umsatzerwartung um 10 Prozent nach unten korrigiert.


Frankfurt am Main/München - Telegate wird nicht nur weniger verdienen, sondern auch entgegen den ursprünglichen Prognosen Verluste machen. 18 Millionen Mark werde das Minus betragen, hieß es in einer Pflichtmitteilung des Unternehmens. "Wir haben zu positiv gedacht", räumte Vorstandschef Klaus Harisch ein.

Harisch hatte die Verluste am Donnerstagabend nach Börsenschluss als Folge ausfallender Auslandsumsätze und technischer Probleme bei der Einrichtung eines Internet-Portals bezeichnet. Ursprünglich hatte das Unternehmen für 2000 einen nicht näher bezifferten Überschuss angekündigt. Der Umsatz sollte bei 300 Millionen Mark liegen. Jetzt werden nur noch 270 Millionen Mark anvisiert.

Zur Eröffnung am Freitag bei 62,21 Euro verloren die Telegate-Aktien rund 46 Prozent. Zuletzt erholte sich der Kurs wieder etwas. Die Papiere wurden mit minus 40 Prozent bei knapp 70 Euro gehandelt und waren damit das Schlusslicht im Neuen Markt. Der Nemax 50 legte am Freitag um 2,73 Prozent zu.

Die vorgelegten Zahlen von Telegate sind mehr als enttäuschend und entsprechend verbittert habe der Markt reagiert, so ein Börsianer. Der Handel in den Telegate-Aktien sei im frühen Freitags-Geschäft ausgesprochen lebhaft, fügte der Händler hinzu. Die hohen Stückzahlen sprächen auch dafür, dass institutionelle Anleger Aktien verkaufen.



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