Neuer Merrill-Lynch-Chef Thain kassiert bis zu 170 Millionen Dollar

John Thain wird einer der höchstbezahlten CEOs der Wall Street. Der Chef der New Yorker Börse soll die krisengeschüttelte US-Investmentbank Merrill Lynch auf Vordermann bringen und erhält während der nächsten fünf Jahre 45 Millionen Dollar - plus x.

New York - Dem neuen Merrill-Lynch-Chef John Thain steht in seinem neuen Job einiges bevor. Vorgänger Stan O'Neal hatte nach Rekordabschreibungen infolge der Kreditkrise Ende Oktober seinen Hut nehmen müssen und verließ mit 161 Millionen Dollar das Unternehmen. Dadurch ist die Aktie im laufenden Jahr um rund 40 Prozent auf zuletzt 56,11 Dollar eingebrochen. Thain, der derzeitige Chef der weltgrößten Börsenbetreibers NYSE-Euronext, soll die US-Investmentbank aus der Krise führen.

Dafür erhält Thain während seines Fünfjahresvertrages mindestens rund 45 Millionen Dollar. Weitere rund 125 Millionen Dollar (85,3 Millionen Euro) kann er einstreichen, sollte sich der Merrill-Lynch-Aktienkurs gut entwickeln. Dies geht aus bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervor.

So ist Thains Vergütung aus Grundgehalt, Boni und Optionen zum weitaus größten Teil vom Börsenerfolg der Bank abhängig. Sein festes Jahresgehalt beträgt 750.000 Dollar. Als Bonus für seinen Wechsel zu Merrill Lynch bekommt der Manager einmalig 15 Millionen Dollar in diesem Jahr. Und über die nächsten fünf Jahre erhält er als Bonus Aktien im derzeitigen Wert von 28,1 Millionen Dollar. Alle anderen Millionenbeträge in Form von Optionen kann Thain nur einstreichen, wenn sich der Aktienkurs deutlich erholt.

Damit wird Thain, der seinen neuen Job am 1. Dezember antritt, einer der höchstbezahlten Vorstandsvorsitzenden an der Wall Street, berichtet die "New York Times". Seine Vergütung wird dreimal so hoch sein wie sein Verdienst in den drei Jahren an der New Yorker Börse und kommt dem von Hedge-Fonds-Händlern und Führungskräften bei Goldman Sachs nahe. Dort hatte Thain von 1998 bis 2004 gearbeitet hatte.

abl/dpa

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