Neuer Ober-Weiser Rürup wird Chef der Sachverständigen

Der Darmstädter Finanzwissenschaftler Bert Rürup übernimmt den Vorsitz des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der Wachwechsel wird überschattet von massiven Querelen in dem Beratergremium.


Finanzexperte Rürup: Wachwechsel in turbulenten Zeiten
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Finanzexperte Rürup: Wachwechsel in turbulenten Zeiten

Wiesbaden - Rürup sei von den Mitgliedern des Beratergremiums einstimmig zum Nachfolger des Regensburger Steuerexperten Wolfgang Wiegard gewählt worden und trete sein Amt am 1. März an, teilte der Rat am Montag in Wiesbaden mit. Wiegards Amtszeit als Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen geht Ende Februar zu Ende. Auf eine Verlängerung hat er verzichtet und scheidet im kommenden Jahr aller Voraussicht nach aus dem Rat aus.

Hintergrund für den Wechsel im Vorsitz des renommierten Gremiums ist ein Streit, der sich offenbar während der Beratungen zum jüngsten Jahresgutachten entzündet hatte. Wiegard hatte seinem Würzburger Kollegen Peter Bofinger vorgeworfen, sich zur Steuerpolitik geäußert zu haben, "wovon er erwiesenermaßen überhaupt nichts versteht".

Der Währungsfachmann Bofinger gehört dem Rat erst seit einem Jahr an und steht dort als Anhänger der Nachfragetheorie weitgehend allein da. Mitglieder des Sachverständigenrats sind zudem noch Wolfgang Franz und Beatrice Weder die Mauro.

Die Ratsmitglieder werden auf Vorschlag der Bundesregierung vom Bundespräsidenten für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Rürup wurde nun für weitere fünf Jahre bis Ende Februar 2010 berufen. Den Vorsitz übernimmt er zunächst für drei Jahre. Der Sachverständigenrat wurde 1963 ins Leben gerufen und berät die Bundesregierung in Fragen der Wirtschafts-, Steuer- und Währungspolitik.



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