Neuer PC-Gigant Lenovo Big Red attackiert HP und Dell

Der US-Konzern IBM verkauft seine PC-Sparte für 1,25 Milliarden Dollar an das chinesische Unternehmen Lenovo. Der Computerhersteller aus der Volksrepublik wird damit auf einen Schlag die weltweite Nummer drei der Branche und darf für seine Produkte die Markennamen IBM und ThinkPad verwenden.


Lenovo: China inside
AP

Lenovo: China inside

Peking - Wie Lenovo-Chef Liu Chuanzhi am Mittwoch in Peking erklärte, wird IBM Chart zeigen einen Minderheitsanteil von 18,9 Prozent am Geschäft mit Personal-Computern halten. Der chinesische Technologiekonzern, der bisher kaum außerhalb des Heimatmarktes China tätig ist, wird mit diesem Schritt zum drittgrößten PC-Hersteller der Welt.

Lenovo übernimmt auch Schulden von Big Blues PC-Sparte, so dass die Vereinbarung den Angaben zufolge insgesamt einen Umfang von 1,75 Milliarden Dollar hat. Hauptsitz des Lenovo-PC-Geschäfts wird künftig New York sein.

Markt für PCs (2003)

Rang Unternehmen Weltweiter Marktanteil in Prozent
1 Dell Inc. 14,7%
2 Hewlett-Packard 14,1%
3 IBM 5,0%
4 Fujitsu/Fujitsu Siemens 3,7%
5 Acer 3,0%
6 Toshiba 3,0%
7 NEC 2,8%
8 Gateway 2,4%
9 Lenovo 1,7%
10 Apple Computer 1,9%

Quelle: Gartner
















Für die Beschäftigten solle die Übernahme ohne größere Auswirkungen bleiben, hieß es. In der PC-Sparte beschäftigt IBM weltweit rund 10.000 Mitarbeiter, davon weniger als ein Viertel in den USA. In China bauen bereits mehr als 4000 Beschäftigte für IBM Personal-Computer zusammen.

Technologiebranche (Dawoos PC-Produktion, ca. 1985): In den 70er Jahren kauften die Japaner in den USA ein, in den 80ern die Koreaner und jetzt die Chinesen

Technologiebranche (Dawoos PC-Produktion, ca. 1985): In den 70er Jahren kauften die Japaner in den USA ein, in den 80ern die Koreaner und jetzt die Chinesen

Lenovo wird mit der Übernahme zum bevorzugten PC-Lieferanten von IBM. Dafür dürfen die Chinesen für die Dauer von fünf Jahren die Marke IBM sowie das Notebook-Label ThinkPad für die Produkte nutzen. Lenovo hat nach der Übernahme insgesamt 19.000 Mitarbeiter. Von IBM werden etwa 10.000 Beschäftigte übernommen, davon weniger als ein Viertel in den USA.

Lenovo ist einer der größten Computerkonzerne im asiatischen Raum und hält in China einen Marktanteil von 27 Prozent. Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner kann sich das Unternehmen fortan wohl als "Big Red" bezeichnen: Nach der Fusion würde Lenovo jährlich etwa 11 Millionen Rechner absetzen.



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