Neuer Preisschock Quark und Käse sollen bis zu 53 Prozent teurer werden

Die Verbraucher müssen erneut mit drastischen Preiserhöhungen bei Molkereiprodukten rechnen. So will die Molkereiindustrie Quark um bis zu 53 Prozent verteuern. Auch für Käse soll wesentlich mehr gezahlt werden.

Hamburg – Die Molkereien würden Anfang September die Preise pro Kilo Käse "um ein bis eineinhalb Euro" anheben, kündigte der Geschäftsführer des Milchindustrieverbandes, Eckard Heuser, im "Hamburger Abendblatt" an. Quark werde sogar um 53 Prozent teurer.

Käufer im Supermarkt werden die Preiserhöhungen zu spüren bekommen. "Die Preise für den Handel steigen deutlich, und die Kosten müssen an die Verbraucher weitergegeben werden", sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels.

Die Preise für Gouda und Edamer dürften laut der Zeitung an der Käsetheke pro 100 Gramm bis zu 15 Cent auf 1,14 Euro steigen. Noch teurer werde Quark. "Hier zahlt man für 500 Gramm Quark ab September 75 statt 49 Cent", sagte Milchindustrievertreter Heuser.

Grund dafür seien auslaufende Lieferverträge zwischen dem Einzelhandel und den Molkereien. Wegen der weltweiten Nachfrage und gestiegener Energiekosten verlangten die Molkereien höhere Preise.

In den vergangenen Wochen stiegen bereits die Preise für Milchprodukte. Auch Kaffee und Brot wurden teurer. Zuletzt kündigte der Lebensmittelkonzern Nestlé an, wegen der hohen Milchpreise mittelfristig mehr Geld für Speiseeis zu verlangen.

Einzelhändler sind über die Preiserhöhungen der Molkereien verärgert. "Das ist Abzocke. Der Bauer bekommt ein paar Cent pro Liter, den Rest schlägt die Industrie drauf", sagt Immanuel Bayrakcioglu, Geschäftsführer der Alstermarkt OHG in Hamburg.

als/AP

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