Neuer Rekord: Ölpreis knackt 110-Dollar-Marke

Die Preisrallye beim Öl geht weiter: Heute erreichte der Ölpreis einen neuen Rekordwert - erstmals kostete ein Barrel mehr als 110 Dollar. Händler vermuten einen Zusammenhang zum Wertverlust der US-Währung.


New York - Die neue Schock-Marke liegt bei 110 Dollar: Ein Barrel Rohöl wurde heute erstmals zu diesem Rekordpreis gehandelt. Ein 159-Liter-Fass der Referenzsorte "Light Sweet Crude" kostete in New York mit 110,20 Dollar, umgerechnet rund 71 Euro, mehr als je zuvor. Im Londoner Rohstoffhandel erreichte der Preis für ein Barrel der Sorte "Brent" mit 106,39 Dollar ebenfalls einen neuen Höchstwert.

Ölraffinerie: "Aufwärtstrend nicht totzukriegen"
DPA

Ölraffinerie: "Aufwärtstrend nicht totzukriegen"

Händler sahen einen Zusammenhang zwischen dem Höhenflug des Ölpreises und dem Wertverlust des Dollars: Die europäische Gemeinschaftswährung Euro etwa stieg heute erstmals auf über 1,55 Dollar.

Nach Einschätzungen von Beobachtern treiben Spekulationen den Ölpreis derzeit weiter nach oben. Anleger nutzen Öl und andere Rohstoffe zunehmend als Anlage, um sich gegen Inflationsrisiken und einen schwachen Dollar abzusichern. "Der Aufwärtstrend ist so stark, er wird nicht einfach totzukriegen sein", sagte ein Analyst.

Andere Experten sind aber der Meinung, dass der Markt technisch überkauft sei und deshalb auch ein Rückschlag möglich sei. Gestern hatte der Ölpreis deutlich nachgegeben und damit auf kräftige Kursgewinne des Dollar nach der Liquiditätsspritze der Notenbanken für die Kapitalmärkte reagiert.

Die hohen Ölpreise sorgen auch für Rekorde bei Benzin und Diesel: Die Mineralölkonzerne erhöhten erneut die Kraftstoffpreise. 1,44 Euro kostet der Liter nach Angaben von Shell im Bundesdurchschnitt, der Liter Diesel 1,36 Euro - nur ein Cent weniger als bei seinem letzten Rekord.

amz/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.