Neuer Suezkanal Sisi feiert sein Prestigeprojekt

Es ist das Prestigeprojekt des ägyptischen Staatschefs: Abdel Fattah el-Sisi hat den erweiterten Suezkanal mit einer pompösen Feier eröffnet.

DPA/OFFICE OF THE EGYPTIAN PRESIDENT

Es war eines der wichtigsten Ereignisse in der Amtszeit von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah el-Sisi: Mit einem riesigen Fest ist der Neue Suezkanal eröffnet worden. Unter den Gästen waren auch zahlreiche internationale Politiker.

"Ägyptens Geschenk an die Welt" wird die 35 Kilometer lange zweite Fahrrinne, die das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet, in einer Werbekampagne der Regierung genannt. Und el-Sisi gab sich auch bei der Eröffnungsfeier entsprechend überschwänglich: "Das ägyptische Volk hat bewiesen, dass es in der Lage ist, Geschichte zu schreiben." In der im Fernsehen übertragenen Ansprache dankte er Allah dafür, "das er unseren Traum hat Realität werden lassen".

Zuvor hatte el-Sisi an Bord der Jacht "El-Mahrusa" die Wasserstraße durchquert. Das Schiff war bereits vor 146 Jahren das erste, das den damals neuen Kanal einweihte.

Zu der Feier unter großen Sicherheitsvorkehrungen wurden auch unter anderem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Frankreichs Präsident François Hollande erwartet. Der Ausbau hat umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro gekostet. Ägypten erhofft sich davon nach Jahren der Krise einen wirtschaftlichen Aufschwung. Experten zweifeln allerdings an den vorhergesagten Zuwachsraten.

Die Wasserstraße war innerhalb eines Jahres an einigen Stellen verbreitert und auf einer 72 Kilometer langen neuen Passage zweispurig ausgebaut worden. Mittelfristig soll damit die Durchfahrt doppelt so vieler Schiffe ermöglicht werden. Damit ist der Suezkanal künftig auf 115 von 193 Kilometern in beide Richtungen befahrbar. Nach Angaben der Kanalgesellschaft soll sich die Zeit, die Schiffe für die Passage benötigen, von 18 Stunden auf elf Stunden verkürzen.

brk/syd/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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ockhams_razor 06.08.2015
1. Immerhin
setzt Herr Sisi auf investive Projekte. Das 10-fache geht an Griechenland ins Euro-Schneeballsystem. Da habe ich doch deutlich mehr Respekt für Herrn Sisi als für unser Eurokraten. Investitionen in die Infrastruktur können sich in der Zukunft sehr wohl auszahlen. Und um das Volk mitzunehmen, schadet auch ein wenig Pomp nichts. Ich wünsche Ägyten, dass dieses Projekt zu einer Erfolgsstory wird. Just my two cents.
Benjowi 06.08.2015
2. Hat immerhin geklappt!
Immerhin bekommt hier ein Entwicklungsland ein wichtiges Infrastrukturprojekt zeit- und kostengerecht auf die Reihe-was man weder vom Berliner "Flughafen", noch von dringend benötigten Stromtrassen noch von wichtigen Rheinbrücken, noch von der antiken Telekommunikationsinfrastruktur in Neuland auch nur ansatzweise behaupten kann! Insofern muss darüber nicht naserümpfend und herablassend berichten!
spon-facebook-10000834574 06.08.2015
3. man könnte (fast ) neidisch
werden sieht man sich hier die Bauzeiten mancher Projekte an
noxpert 06.08.2015
4. @1: direkter Seeweg?
Ist Ihr Kommentar ein Hinweis auf den Anschluss Deutschlands ans Mittelmeer? Ich spende Ihnen eine Schaufel. Dieser Kanal würde Tausende KM lang sein und GR wär der Zöllner und kassiert 100%. Super Idee.... In diesem Sinne Der noxpert
spon_3064063 06.08.2015
5.
Gut, weiter so. Das ägyptische Volk braucht Erfolgserlebnisse. Das Land braucht Ruhe und Ordnung. Die Armut und radikaler Islamismus müssen bekämpft werden damit der Tourismus wieder Einkünfte bringt . Schulen und Universitäten müssen der breiten Masse Bildung ermöglichen und Frauenrechte müssen gestärkt werden. Allgemeine Menschenrechte müssen garantiert sein, dann kann aus Diesem schönen Land wieder was werden.
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