Neues Geschäftskonzept Aldi bastelt an Online-Shop

Weil das Geschäft in Deutschland stagniert, will Aldi jetzt verstärkt ins Ausland expandieren. Außerdem sollen neue Vertriebskonzepte den Verkauf wieder ankurbeln. Unter anderem hat der Discounter Pläne für einen Online-Shop in der Schublade.


Hamburg - Die Süd-Gruppe des zweigeteilten Aldi-Imperiums wolle Filialen in Griechenland eröffnen, berichtet das "manager magazin". Außerdem denke die Führung des Discounters über Märkte in der Türkei nach. Aldi Nord erwäge, mittelfristig nach Russland zu gehen. Neues Wachstum im Inland verspricht sich die Gruppe demnach von einer Art Online-Shop.

Aldi Süd: Großgeräte vielleicht bald im Online-Shop

Aldi Süd: Großgeräte vielleicht bald im Online-Shop

Vorbild für das Konzept sei der jüngste Verkauf eines Flachbildfernsehers. Das Gerät konnten die Kunden bei Aldi bestellen, die Herstellerfirma Medion lieferte es dann. Ähnliches plant Aldi für Großgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke. Die Citibank stehe außerdem bereit, den Verkauf mit Ratenkrediten anzukurbeln, heißt es weiter in dem Magazinbericht. Die Online-Shopping-Pläne seien allerdings von den Konzernspitzen in Essen und Mülheim noch nicht abgesegnet.

Mit den Plänen will Aldi dem kriselnden Inlandsgeschäft etwas entgegensetzen. Gegenüber Lidl etwa hatte der Discounter 2005 an Boden verloren. Zwar steigerte Aldi Nord den Umsatz nach eigenen Angaben um etwa zwei Prozent. Lidl legte nach Schätzungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jedoch bis Ende November um elf Prozent zu.

Nach Berechnungen des "manager magazins" war das Geschäftsergebnis der etwa 2500 Aldi-Nord-Filialen 2004 sogar um gut elf Prozent gesunken. Der Umsatz lag um rund drei Prozent niedriger als 2003 - und das, obwohl Aldi Nord 2004 rund 40 neue Märkte eröffnete. Die Berechnungen beruhen auf den Bilanzen der 35 Regionalgesellschaften, die Aldi Nord um die Jahreswende bei den zuständigen Amtsgerichten einreichte. Für Aldi Süd lagen Anfang Januar noch keine belastbaren Zahlen für 2004 vor. Nur wenige der 31 Aldi-Süd-Gesellschaften hatten bis dahin ihre Zahlen eingereicht

Trotzdem ist Aldi mit Abstand noch der größte Discounter in Deutschland. Nach den letzten verfügbaren Zahlen hatten die beiden Aldi-Gruppen 2003 gemeinsam etwa 21 Milliarden Euro Umsatz und ein Geschäftsergebnis von knapp 930 Millionen ausgewiesen. Nach außen hin geben sich die Gebrüder Albrecht deshalb auch nach wie vor selbstbewusst. "National wie international ist kein Unternehmen erkennbar, das Aldi gefährlich werden könnte", heißt es dem "manager magazin" zufolge aus dem Unternehmen: "Aldi entwickelt sich weiter nach vorne."



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