Neues Verfahren So wird in der EU künftig bezahlt

Der Geldverkehr innerhalb der EU soll vereinfacht werden. Innerhalb des sogenannten SEPA-Raums sollen Zahlungen damit einfacher und billiger werden. Bisher allerdings scheint diese Botschaft sich noch nicht verbreitet zu haben.

Haben Sie schon mal von SEPA gehört? Nein? Schade. Immerhin bezeichnet der Bundesverband deutscher Banken SEPA als "bahnbrechende Errungenschaft für mehr als 490 Millionen Bürger in Europa". Das könnte auch stimmen, nur wissen wohl die meisten dieser 490 Millionen Bürger noch nichts von ihrem Glück.

Das wundert, denn SEPA, die Single Euro Payments Area, wurde bereits zu Jahresbeginn eingeführt. Der "einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum" soll es Verbrauchern und Unternehmen ermöglichen, neue europäische Bezahlverfahren zu nutzen. Zunächst nur für Überweisungen, später dann auch für Lastschriften und Kartenzahlungen. SEPA umfasst die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.

Die SEPA-Bezahlverfahren sollen den Geldtransfer innerhalb der Mitgliedstaaten nicht nur drastisch vereinfachen, sondern auch die Kosten senken. Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums sollen künftig nicht teurer sein als Überweisungen innerhalb der Mitgliedsländer. Euro-Einzüge per Lastschrift sollen dank SEPA erstmals grenzüberschreitend möglich sein. Bankkarten seien künftig "in der gesamten SEPA an Geldautomaten und im Handel einsetzbar", heißt es seitens des Bankenverbands.

Was Sie über SEPA wissen müssen

Wenn die Banken am 28. Januar in 31 europäischen Ländern SEPA-Überweisungen einführen, wird sich für Bankkunden einiges ändern. Mit dem einheitlichen europäischen Verfahren können deutsche Bankkunden sowohl die Telefonrechnung zu Hause als auch das Ferienhaus in Frankreich bezahlen. Damit das funktioniert, ändert sich vieles. Gut, dass eine mehrjährige Übergangszeit eingeplant wurde.

Bekomme ich ein neues Konto?

Nein, statt der bisherigen nationalen Kontonummer und Bankleitzahl müssen bei allen Geldtransfers dann aber die internationale Kontonummer (IBAN) und der einheitlichen Bankcode (BIC) eingetragen werden. Neue Überweisungsformulare sollen dabei helfen. Ein vergleichbares Verfahren existiert bereits jetzt mit der EU-Standardüberweisung für Euro-Überweisungen innerhalb Europas.

Muss ich das neue Verfahren sofort anwenden?

Die Verbraucher können sich Zeit lassen mit der Umstellung. Noch sollen das alte und das neue System parallel gelten. In ein paar Jahren wird es aber nur noch SEPA-Überweisungen geben.

Kann ich mit der SEPA-Überweisung auch in anderen Währungen zahlen?

Nein. Eine SEPA-Überweisung etwa in dänischen Kronen ist nicht möglich. Akzeptiert der dänische Ferienhausbesitzer keine Euro-Zahlung oder rechnet seine Bank den Kurs nicht automatisch um, müssen deutsche Urlauber weiter die teurere Auslandsüberweisung vornehmen.

Worauf muss ich bei dem neuen Verfahren noch achten?

Verbraucherschützer raten, bei den neuen Zahlen- und Buchstabencodes gut aufzupassen. Bei der SEPA-Überweisung hat nämlich nicht mehr der Name des Empfängers Priorität, sondern die Nummer. Falsche Angaben, etwa durch Zahlendreher, gehen damit zu Lasten des Verbrauchers.

Wird auch das Zahlen mit EC-Karte europaweit einfacher?

Die Banken schaffen gerade die Voraussetzungen, dass Kunden mit jeder Bankkarte an jedem Automaten Geld abheben und bei jedem Händler in Europa zahlen können. Dass die Gebühren sinken, wollen sie allerdings nicht versprechen. Für das "elektronische Bargeld" (electronic cash) gibt es in den europäischen Staaten bisher sehr unterschiedliche Systeme. Im Zuge dessen haben die deutschen Geldhäuser bereits angekündigt, die heute in einer Karte gebündelte EC-Funktion und die teuren Zusatzleistungen von Maestro wie die Einsatzmöglichkeit außerhalb der EU zu trennen.

mak/ddp/afp