New Yorker Countdown Google will noch im Juli an die Börse

Nervenkitzel an der Wall Street: Der heiß erwartete Börsengang der Suchmaschine Google könnte noch in diesem Monat stattfinden. Derzeit testet die Firma mit ihren Investmentbankern, ob die Technik für die beispiellose Web-Auktion der Aktien funktioniert.


Google-Zentrale: Für die Banker eher Prestigeangelegenheit als Kommissionsreibach

Google-Zentrale: Für die Banker eher Prestigeangelegenheit als Kommissionsreibach

London - Der genaue Termin hänge von der Genehmigung durch die US-Börsenaufsicht SEC ab, berichtet die "Financial Times" - und davon, ob die Computersysteme für die geplante Web-Auktion wunschgemäß arbeiten. Die "FT" beruft sich auf unternehmensnahe Kreise. Weder Google noch die beteiligten Investmentbanken wollten die Informationen offiziell kommentieren.

Google hatte seine Börsenpläne im April offiziell angemeldet. Der Zeitplan für einen IPO (Initial Public Offering) noch in den kommenden Wochen ist ambitioniert. Noch muss die Preisspanne festgelegt werden, auch ist das Marketing noch nicht angelaufen.

Zudem hatte die SEC erst kürzlich die Verschiebung eines Tech-Börsenganges veranlasst: Der CEO des Software-Anbieters Salesforce.com hatte mit einem Interview die Schweigefrist verletzt. Trotz der Verschiebung war der Börsengang ein großer Erfolg: Salesforce-Aktien stiegen am ersten Handelstag um 56 Prozent.

Zuletzt habe Google mit einem Team von rund 30 Bankern Probeläufe des Systems durchgeführt, schreibt die "FT". Angeführt wird das Bankenteam von Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston. Als wahrscheinlicher Erlös für den IPO würden 2,7 Milliarden Dollar als realistisch gelten, schreibt das Blatt.

Laut "FT" könnte die Web-Auktion der Aktien nur Stunden nach der offiziellen Genehmigung durch die SEC starten. Die Technik soll sicherstellen, dass die Aktien breit gestreut werden können, auch unter Kleinaktionären. Zudem soll sie dazu führen, einen realistischen Preis festzulegen - die immensen Kurssprünge am ersten Tag, die bei Börsengängen von Tech-Aktien bis zum Sommer 2000 und auch bei Salesforce auftraten, sollen damit vermieden werden.

Für die beteiligten Investmentbanker ist eine Beteiligung am Google-Börsengang - er wird wohl einer der größten des Jahres - eine Frage des Prestiges. Allerdings wird der Prozentsatz der gezahlten Kommissionen deutlich geringer sein als bei konventionellen Börsengängen. Die Investmentbanker von Merrill Lynch hatten auf eine Beteiligung am Google-IPO verzichtet, weil ihnen die Gewinnmargen zu niedrig erschienen.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.