Rekordhoch Nickelpreis steigt auf über 100.000 Dollar pro Tonne

Der Preis für Nickel steigt auf ein Rekordhoch. Die Metallbörse in London stellt nun den Handel ein. Gebraucht wird das Metall vor allem für die Veredelung von Stahl – aber auch, um E-Autos zu bauen.
Nickelmine in Russland: Einer der größten Exporteure

Nickelmine in Russland: Einer der größten Exporteure

Foto: TATYANA MAKEYEVA / REUTERS

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat den Preis für Nickel in die Höhe schnellen lassen und zu Verwerfungen an den Rohstoffmärkten geführt. Der Preis für eine Tonne des Industriemetalls stieg allein an diesem Dienstag um mehr als 50 Prozent, zeitweise auf über 100.000 Dollar. Allein seit Montag hat sich der Preis in der Spitze mehr als verdreifacht. An der Londoner Rohstoffbörse wurde nun der Handel ausgesetzt, möglicherweise für mehrere Tage, heißt es in einer Mitteilung der Börse LME.

Experten zufolge sorgen zwei Dynamiken für den extremen Anstieg der Preise: Erstens könnte es zu Lieferengpässen wegen Russlands Krieg in der Ukraine und der daraufhin verhängten Sanktionen kommen. Russland ist einer der weltweit größten Exporteure für Nickel. Rund 45 Prozent des globalen Nickelangebots kommen aber aus Indonesien und den Philippinen.

Spekulanten setzten auf fallende Preise

Zweitens scheinen Spekulanten einen Teil zu dem Preisanstieg beizutragen, die zuvor auf fallende Preise gesetzt haben, sogenannte Leerverkäufer. Schon vor dem Krieg war der Nickelpreis deutlich gestiegen. Durch den Krieg und die damit einhergehende befürchtete Angebotsknappheit steigt der Preis weiter. Dadurch geraten immer mehr Spekulanten in Schieflage, die auf fallende Kurs gesetzt haben. Sie müssen dann Nickel kaufen, um ihre Positionen glattzustellen, was den Preis noch höher treibt.

»Einige Marktteilnehmer, die auf fallende Preise gesetzt haben, wurden offenbar von dem Preisanstieg und der -dynamik seit der Ukraine-Invasion durch Russland überrascht und auf dem falschen Fuß erwischt«, sagte der Commerzbank-Rohstoffexperte Daniel Briesemann.

Bislang wird Nickel vor allem gebraucht, um Stahlprodukte zu veredeln. Nickel ist jedoch auch ein zentraler Rohstoff für die Herstellung von Batterien etwa für Elektroautos. In den Batterien erhöht Nickel die Energiedichte. 2021 soll zwar erst fünf Prozent des globalen Nickelverbrauchs für E-Autobatterien verwendet worden sein, Experten gehen jedoch davon aus, dass dieser Anteil zukünftig stark steigen dürfte.

jlk/AFP/dpa