Frühere Kolonien Niederländische Zentralbank entschuldigt sich für Sklaverei

»Viele meiner Vorgänger sahen Handelsware, wo es um Menschen ging«: Der niederländische Zentralbankchef hat für die Rolle seiner Bank bei der Sklaverei um Verzeihung gebeten – und eine Millionenspende angekündigt.
Zentralbank-Chef Klaas Knot: »Viele meiner Vorgänger sahen Handelsware, wo es um Menschen ging«

Zentralbank-Chef Klaas Knot: »Viele meiner Vorgänger sahen Handelsware, wo es um Menschen ging«

Foto: Koen Van Weel / dpa

Die niederländische Zentralbank (DNB) hat sich für ihre Rolle im transatlantischen Sklavenhandel in der Vergangenheit entschuldigt. Bei der nationalen Gedenkfeier in Amsterdam zur Abschaffung der Sklaverei bat Bankpräsident Klaas Knot die Angehörigen aller einst durch die Niederlande versklavten Menschen um Verzeihung.

»Im Namen der Niederländischen Bank erkenne ich an, dass viele meiner Vorgänger Handelsware sahen, wo es um Menschen ging«, sagte Knot. Viele hätten die Sklaverei lange verteidigt, und die Bank habe selbst mit Kapital aus dem Sklavenhandel Geschäfte gemacht. »Ich entschuldige mich bei all den Menschen, die durch die persönlichen Entscheidungen meiner Vorgänger auf ihre Hautfarbe reduziert wurden.«

15 Millionen Euro für Projekte

Die Bank kündigte auch an, dass sie insgesamt 15 Millionen Euro bereitstellen will, um die Folgen der Sklaverei zu mildern. Es gehe um Projekte in den Niederlanden und früheren Kolonien Surinam und den Karibik-Inseln. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um direkte Reparationen, eine Entscheidung darüber liege bei der Regierung, hieß es.

Die Bank hatte im Februar eine Studie zur eigenen Rolle in der Sklaverei veröffentlicht. Daraus war deutlich geworden, dass die Bank und die Führung persönlich und wirtschaftlich eng mit dem Menschenhandel verbunden waren. Die Forscher der Universität Leiden kamen unter anderem zu dem Schluss, dass das Startkapital der 1814 gegründeten DNB zum Teil von Unternehmern mit direktem Interesse an der Plantagensklaverei stammte. Einige Führungskräfte der Zentralbank waren selbst an der Verwaltung von Plantagen beteiligt, und vertraten gegenüber der Regierung die Interessen der Sklavenhalter.

Als 1863 die Sklaverei in Surinam und dem karibischen Teil des Königreichs abgeschafft wurde, erhielten drei damalige DNB-Direktoren eine finanzielle Entschädigung für den Schaden, den sie dadurch erlitten hatten.

rai/dpa
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