Nike Reaktion auf Ausbeutungs-Vorwürfe

Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike will mit einem Trainingsprogramm für Mitarbeiter die Zustände in den Fabriken seiner indonesischen Partner verbessern. Das Unternehmen reagierte damit auf einen Untersuchungsbericht, nach dem es zu sexueller Belästigung und zwei Todesfällen gekommen sei.


Beaverton - 90 Prozent der befragten Mitarbeiter in neun Fabriken, die in Indonesien für Nike Turnschuhe und Sportbekleidung produzieren, äußerten sich besorgt über die Verhältnisse in den betriebseigenen Krankenstationen, schrieb das "Wall Street Journal". Zwei Angestellte seien deshalb verstorben, weil ihnen medizinische Versorgung verwehrt worden sei, glauben ihre Kollegen.

Vorgesetzte beschimpften ihre Mitarbeiter, gaben 56 Prozent der Befragten an. 15,7 Prozent sagten aus, sexuelle Belästigung beobachtet zu haben. In einer Fabrik in Jakarta seien Bewerberinnen zu sexuellen Gefälligkeiten aufgefordert worden, um einen Job zu erhalten.

Nike hatte die Studie selbst in Auftrag gegeben. Das US-Unternehmen lässt in insgesamt 35 Unternehmen in Indonesien Sportartikel herstellen, ist aber an keiner der Fabriken direkt beteiligt. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse hat Nike nun eine weitere unabhängige Überprüfung angekündigt. Eine Sprecherin sagte, das Unternehmen werde Personal einstellen, das die Bezahlung und die Freistellung bei Krankheit überwachen solle.



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