Nord Stream 1 Turbine für Gaspipeline hängt weiter in Deutschland fest

Russland liefert weniger Gas durch die Ostseepipeline und begründet dies mit einer fehlenden Turbine. Nach Angaben von Siemens Energy befindet sich die noch in Deutschland – Kanzler Scholz findet deutliche Worte.
Anlandeeinrichtung der Gaspipeline Nord Stream 1 in Lubmin

Anlandeeinrichtung der Gaspipeline Nord Stream 1 in Lubmin

Foto: Annegret Hilse / REUTERS

Die Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 befindet sich nach wie vor in Deutschland. Bundeskanzler Olaf Scholz werde sie am Mittwoch bei Siemens Energy in Mülheim an der Ruhr besichtigen, teilte das Unternehmen in einer Einladung zu einem Pressetermin mit.

Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 zurückgefahren. Der Energiekonzern Gazprom begründete dies mit einer wegen der Sanktionen fehlenden Turbine von Siemens Energy. Vergangene Woche hatte das Unternehmen unter Verweis auf weitere Reparaturarbeiten die Gaslieferungen noch einmal gedrosselt, sodass inzwischen nur noch 20 Prozent der maximal möglichen Menge durch die Röhren fließen. In Europa gilt die Begründung als Vorwand.

So sprach Scholz nun von einem »Bluff« Wladimir Putins. Russland habe die Gasturbine nur als Vorwand missbraucht, um vereinbarte Gasexporte zu stoppen, twitterte der Kanzler am Dienstag und bezog sich damit auf ein Interview mit der kanadischen Zeitung »The Globe and Mail«.

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Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom wiederum ist die Turbine wichtig, um den nötigen Druck zum Durchpumpen des Gases aufzubauen. Gazprom hatte seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vorgeworfen, nicht die nötigen Dokumente und Informationen zur Reparatur der Maschine übermittelt zu haben. Siemens Energy hatte die Vorwürfe von Gazprom zurückgewiesen.

Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist die Turbine seit dem 18. Juli in Deutschland. Alle Papiere lägen vor, er habe sie selbst in der Hand gehabt, sagte der Grünenpolitiker am Donnerstagabend in Bayreuth. Russland aber weigere sich, die Turbine ins eigene Land zu holen. »Sie lügen einem ins Gesicht«, sagte Habeck. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer »Farce«.

ani/Reuters/dpa
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