Pipeline vor Ostseeinsel Bornholm Schiffe müssen Gasleck von Nord Stream 2 weiträumig umfahren

Dänemarks Behörden haben wegen des vermuteten Gaslecks der Pipeline Nord Stream 2 Schiffe dazu aufgefordert, die Gewässer vor Bornholm zu meiden. Inzwischen meldet auch Nord Stream 1 einen Druckabfall auf null.
Blick auf die Nord Stream 2 Anlage in Lubmin

Blick auf die Nord Stream 2 Anlage in Lubmin

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Hannibal Hanschke / REUTERS

Angesichts des Gaslecks der stillgelegten Ostseepipeline Nord Stream 2 haben die dänischen Behörden Schiffe dazu aufgefordert, die Insel Bornholm in einem Fünf-Meilen-Radius zu meiden. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt, teilten die zuständigen dänischen Behörden mit. Eine große Gefahr für die Umwelt bestehe aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht.

Die Bundesregierung erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, sie stehe in Kontakt mit den dänischen Behörden und arbeite mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um herauszufinden, was den plötzlichen Druckabfall in der Pipeline verursacht habe. Das dänische Energieministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Druckabfall auch bei Nord Stream 1

Neben dem Gasleck an der Pipeline Nord Stream 2 meldete zudem der Betreiber von Nord Stream 1 einen Druckabfall. Beide Röhren seien betroffen, teilte ein Sprecher des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Kapazität der Pipeline sei ungeplant auf null gesunken, heißt es in einer für Netzbetreiber verpflichtenden Marktinformation. Die Ursache wird den Unternehmensangaben zufolge untersucht.

Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb von 24 Stunden sehen das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland: »Es fließt seit dem russischen Stopp der Lieferungen Anfang September kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Speicherstände steigen dennoch weiter kontinuierlich an. Sie liegen aktuell bei rund 91 Prozent.«

Während die Nord-Stream-2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt wurde, floss durch die Nord-Stream-1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett.

atb/dpa/Reuters
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