Nord Stream 2 Teilstück in deutschen Gewässern offenbar fertiggestellt

Trotz der US-Sanktionsdrohungen ist ein kilometerlanger Abschnitt der Nord-Stream-2-Pipeline in deutschen Hoheitsgewässern offenbar fertiggestellt worden. Der Bau soll nun in Dänemark fortgeführt werden.
Das russische Verlegeschiff »Fortuna« hat die Baustelle in der Ostsee offenbar verlassen

Das russische Verlegeschiff »Fortuna« hat die Baustelle in der Ostsee offenbar verlassen

Foto: OLIVER DENZER / REUTERS

Russland kommt mit dem Bau der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 trotz der US-Sanktionsdrohungen offenbar voran. Kurz vor Ablauf einer Teilgenehmigung für die Bauarbeiten ist der 2,6 Kilometer lange Abschnitt des Projekts in deutschen Gewässern abgeschlossen worden, meldet das Unternehmen Nord Stream 2 AG laut der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die Agentur Reuters davon berichtet, dass das russische Verlegeschiff »Fortuna« die Baustelle in der Ostsee verlassen hat.

Seit Anfang Dezember geht der Bau nach einjähriger Unterbrechung weiter. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, sagte in der vergangenen Woche, dass 94 Prozent der Pipeline inzwischen fertig gebaut seien – derzeit mehr als 2300 Kilometer.

Offenbar sollen Mitte Januar Verlegearbeiten in dänischen Gewässern beginnen. Das berichten laut dpa Medien unter Berufung auf Behörden in Dänemark. Außer dem Verlegeschiff »Fortuna« sollen demnach weitere russische Schiffe zur Unterstützung in die Region verlegt werden. Dänemark hatte der Nord Stream 2 AG Anfang Oktober eine Betriebserlaubnis erteilt. Das Unternehmen teilte laut dpa mit, dass über die weiteren Pläne »zu gegebener Zeit informiert« werde.

Es drohen weitere Sanktionen durch die USA

Die USA hatten mit weiteren Sanktionen gedroht, um das Projekt auf den letzten Metern noch zu stoppen. Durch die beiden Leitungsstränge der etwa 9,5 Milliarden Euro teuren Pipeline sollen künftig jedes Jahr zusätzlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden.

Die USA sind gegen das Projekt und begründen dies mit zu großer Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas. Kritiker werfen den USA dagegen vor, lediglich ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen. Widerstände gegen das Projekt gibt es allerdings auch innerhalb der EU, insbesondere aus Polen und den baltischen Staaten.

bah/dpa/Reuters