Wegen Brexit Lebensmittelversorgung in Nordirland stockt

Weniger Obst und Gemüse in nordirischen Supermärkten: Daran sei der Brexit schuld, sagt nun die Regierung in Belfast.
Gestörter Nachschub besonders bei frischen Produkten: Regale in einer Marks & Spencer-Filiale in Nordirland

Gestörter Nachschub besonders bei frischen Produkten: Regale in einer Marks & Spencer-Filiale in Nordirland

Foto: Liam Mcburney / PA Wire / dpa

Nordirlands Verbraucher spüren den Brexit: Insbesondere bei frischen Produkten gibt es Probleme beim Nachschub. Daran sei der Brexit schuld, hat nun die irische Regierung gesagt. Die Regelungen nach dem Brexit-Vollzug zum Jahreswechsel sähen eine gewisse Anzahl an Kontrollen für Güter vor, die von dem übrigen Großbritannien nach Nordirland kämen. Und das ziehe Störungen mit sich, sagte Außenminister Simon Coveney dem Sender ITV.

»Die Supermarktregale waren vor Weihnachten voll, und jetzt gibt es einige Probleme bei den Lieferketten. Das ist eindeutig ein Brexit-Problem«, sagte der Minister. Die britische Regierung hatte in den letzten Tagen versucht, die Probleme bei den Lieferketten herunterzuspielen.

Dabei gilt bis Ende März sogar noch eine Schonfrist für Importe aus Großbritannien. Diese soll den bürokratischen Aufwand für einige Waren – wie auch Supermarktprodukte – verringern. Spediteure warnen nun in der »Irish Times «: Der Norden stehe vor einem »Abgrund«, sobald diese Brexit-»Schonfrist« für Importe aus Großbritannien ende. »Nordirland wird es im April schlechter gehen, wenn wir nicht irgendeine Erleichterung bekommen«, sagte Paul Jackson von McBurney Transport der »Irish Times«.

Auch Importe aus der EU verlangsamt

Tatsächlich haben Verzögerungen in den britischen Häfen, kombiniert mit einer Verlangsamung der Importe vom europäischen Kontinent im Dezember, zu lückenhaften Lebensmittelregalen geführt. Mit dem Ende des vergangenen Jahres hatte Großbritannien den Brexit vollzogen und Binnenmarkt und die Zollunion der Europäischen Union verlassen. Seitdem gilt ein Handelsabkommen, über das über Monate verhandelt worden war. Formal war Großbritannien bereits Ende Januar 2020 aus der EU ausgetreten. Bis zum 31. Dezember galt jedoch noch eine Übergangsphase mit EU-Regeln. 

caw/Reuters