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05. August 2016, 13:39 Uhr

Kampf gegen Steuerhinterziehung

NRW gibt verdächtige Kontodaten an 19 Länder weiter

Im Kampf gegen Steuerhinterziehung leitet Nordrhein-Westfalen 100.000 verdächtige Kontodaten an europäische Länder weiter. Der Finanzminister des Bundeslands warnt Steuerbetrüger.

Nordrhein-Westfalen stellt 19 europäischen Ländern insgesamt mehr als 100.000 verdächtige Kontodaten zur Verfügung. Die Informationen, die der Steuerfahndung des Bundeslands teils anonym zugespielt worden waren, betreffen Konten bei Banken in Luxemburg und der Schweiz, sagte Landesfinanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD).

Zudem bekommen die europäischen Steuerbehörden nun Zugriff auf brisante Vertriebsinformationen einer Großbank. Steuerbetrügern müsse klar sein, dass immer mehr Verstecke für ihr Schwarzgeld auffliegen, sagte Walter-Borjans. Die Gefahr, entdeckt zu werden, steige.

Die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung hatte bereits im April umfangreiche Daten an 27 Staaten weitergegeben. Dabei handelte es sich um Tausende verdächtige Konten ausländischer Privatleute und Unternehmen mit einem Anlagevolumen von insgesamt bis zu 100 Milliarden Schweizer Franken (rund 93 Milliarden Euro).

Diesmal geht es laut Walter-Borjans um drei Datenpakete. "Wie viel an Volumen dahintersteckt und wie viel sich am Ende als illegal herausstellt", könne man noch nicht sagen. Klar sei aber: Zu einem großen Teil handele es sich um "nicht korrekt versteuerte Konten."

Auf einer Festplatte, die anonym an die Steuerfahndung Wuppertal ging, finden sich fast 160.000 verdächtige Konto-Informationen bei einer Bank in Luxemburg. Den Löwenanteil - mehr als 54.000 Fälle - bearbeiten bereits Experten aus Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern, weil es um Anleger aus Deutschland geht. Die anderen Fälle betreffen etwa Menschen aus den Niederlanden, Italien, Spanien oder Griechenland, "die großen Brocken" machen Belgien und Frankreich aus.

Ein zweites Infopaket besteht aus Angaben über Stiftungen bei einer Schweizer Bank. Neben Deutschland sind dort sieben weitere europäische Staaten gelistet. Die Infos hatte Nordrhein-Westfalen als "Ergänzung einer früheren Datenlieferung" von der französischen Steuerfahndung erhalten, sagte Walter-Borjans.

asa/dpa/Reuters

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