Notverkauf Tengelmann gibt Plus-Märkte an Rewe ab

Die Fusion der Discounter geht voran: Die Tengelmann-Gruppe hat sich einem Bericht zufolge mit Rewe über den Verkauf von 306 Plus-Märkten geeinigt. Der Verkauf ist Voraussetzung für die geplante Fusion zwischen Netto und Plus.


Köln/Mülheim - Die Discounter Netto und Plus kommen ihrer geplanten Fusion laut "Lebensmittel Zeitung" ein Stück näher. Tengelmann verkauft demnach 306 Plus-Märkte an Rewe. Ein Vertrag sei unterschrieben worden, 50 Märkte sollten geschlossen werden, berichtete die Zeitung.

Die Kartellbehörde hatte Anfang Juli den Verkauf von bundesweit knapp 400 Plus-Filialen zur Bedingung für eine Discounter-Fusion mit der Edeka-Tochter Netto gemacht.

Eine Tengelmann-Sprecherin in Mülheim bestätigte am Mittwoch, "dass eine Vereinbarung mit Rewe, aber auch mit anderen Interessenten getroffen worden sei". Weitere Einzelheiten wollte sie nicht nennen, weil das Kartellamt den Plänen noch zustimmen muss.

Wenn die Behörde zustimmt, wäre der Durchbruch erzielt: Die Edeka-Tochter Netto und der Discounter Plus könnten dann fusionieren.

Der führende deutsche Lebensmittelhändler Edeka will die Tengelmann-Tochter Plus übernehmen und mit der eigenen Tochter Netto zusammenlegen. Nach dem Willen der Behörde muss zuerst ein Teil der bundesweit 2900 Plus-Filialen verkauft werden.

Die neuen Eigner der 378 Plus-Märkte dürfen nach der Auflage des Kartellamts nicht in Verbindung zu Edeka oder Tengelmann stehen. Netto Nord mit Sitz im ostdeutschen Stavenhagen gehört zwar mehrheitlich der dänischen Dansk Supermarked, 25 Prozent liegen aber bei Edeka. Edeka-Chef Markus Mosa hatte gesagt, sollte Netto Nord zum Zug kommen, schließe er nicht aus, die Beteiligung zu veräußern, um neue Bedenken des Kartellamts zu vermeiden.

ssu/dpa/Reuters



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