Brandbrief an Bundesregierung Gastronomie klagt über Verzögerungen bei Novemberhilfen

Wegen Problemen mit der Software will die Bundesregierung die Novemberhilfen erst im Januar auszahlen. Viele Restaurant- und Kneipenbetreiber fürchten, das könnte zu spät sein – weil sie vorher in die Pleite rutschen.
Ein geschlossenes Café in München während des Teil-Lockdowns

Ein geschlossenes Café in München während des Teil-Lockdowns

Foto: Peter Kneffel / dpa

Teile der Gastronomie fordern eine zügigere Auszahlung von Finanzhilfen durch die Bundesregierung während der Coronakrise. In einem Brandbrief  weist die Initiative Gastgeberkreis auf drohende Insolvenzen hin, sollte die Politik Verzögerungen bei der Auszahlung der Novemberhilfen nicht beheben.

»Noch immer sind die versprochenen Novemberhilfen ungeklärt, geschweige denn ausgezahlt«, heißt es in dem Brief, der von 40 führenden Gastronomen wie dem Fernsehkoch Tim Mälzer oder Mövenpick-CEO Oliver Altherr unterstützt wird. Die bisher gezahlten Abschläge seien ungenügend, den Unternehmen gehe das Geld aus.

Christian von Stetten, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung in der Unionsfraktion, schließt sich der Kritik aus der Gastronomie gegenüber dem SPIEGEL an. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung Coronahilfen für November erst Mitte Januar auszahlen werde. Außerdem seien die »in Aussicht gestellten Abschlagszahlungen in Höhe von bis zu 10.000 Euro in größeren geschlossenen Betrieben nur ein Tropfen auf den heißen Stein.«

Von Stetten kündigte an, Wirtschafts- und Finanzministerium einen Vorschlag für eine »unbürokratische Regelung zur zügigen Auszahlung von Abschlagszahlungen« vorzulegen.

Wegen Softwareproblemen hatte die Bundesregierung Anfang Dezember angekündigt, die Coronahilfen für den Monat November im Januar 2021 auszuzahlen. Nur eine kleine Abschlagszahlung von bis zu 10.000 Euro je Unternehmen war unmittelbar geleistet worden.

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