NS-Unrecht Post AG beteiligt sich am Entschädigungsfonds

Die Deutsche Post AG wird sich am Fonds zur Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern beteiligen. Über Einzelheiten, darunter die Höhe der Beteiligung, werden derzeit noch Gespräche mit Vertretern der Stiftungsinitiative der Wirtschaft geführt.


Berlin - "Die Deutsche Post AG sieht sich als Teil der deutschen Gesamtwirtschaft und will ihr dabei helfen, die eingegangen Verpflichtungen zu tragen", begründete ein Unternehmenssprecher das Engagement. Nach seinen Angaben war das Unternehmen bislang nicht von rechtlichen Forderungen ehemaliger Zwangsarbeiter betroffen, da die damalige Reichspost ein Teil der Staatsregierung war und Rechtsansprüche daher durch das Bundesentschädigungsgesetz geregelt wurden.

Unklar blieb zunächst, ob die Zahlungen der Post dem zugesagten Anteil der Industrie oder dem des Bundes zugerechnet wird, die den Fonds mit jeweils fünf Milliarden Mark ausstatten wollen. Das 1995 in eine Aktiengesellschaft umgewandelte frühere Staatsunternehmen, das im Herbst an die Börse gehen will, befindet sich derzeit noch voll im Besitz des Bundes. Der Gesetzentwurf zur Errichtung der Stiftung sieht vor, dass der Beitrag des Bundes "die Beiträge von Bundesunternehmen" umfasst.

"Über diese Frage wird es keinen Streit geben", sagte der Sprecher der Stiftungsinitiative, Wolfgang Gibowski. Auch die Höhe der Zahlungen der Post AG ist nach Angaben des Sprechers Gegenstand der Gespräche mit der Initiative.



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