Nuklear-Terror "Es wird passieren - in zehn Minuten oder in 50 Jahren"

Er ist einer der reichsten Männer Amerikas, auf seinen Rat hören Millionen. Doch für die Zukunft prophezeit Warren Buffett Finsternis: Früher oder später, so sagt er jetzt seinen Anlegern, gebe es einen Terror-Angriff mit Nuklearwaffen auf New York - es sei praktisch eine Gewissheit.


Multimilliardär Buffett: Terroristen könnten eines Tages Atomwaffen einsetzen
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Multimilliardär Buffett: Terroristen könnten eines Tages Atomwaffen einsetzen

Omaha - Neid und Abscheu gegen die Vereinigten Staaten hätten in den vergangenen Jahren die Wut gegen das Land gesteigert. Gleichzeitig habe sich das Know-how zum Bau von Atomwaffen verbreitet. Deshalb sei ein Angriff im Grunde nur eine Frage der Zeit. "Es wird passieren - in zehn Jahren, in zehn Minuten oder 50 Jahren", sagte der zweitreichste Mann der Welt voraus. Ähnlich groß sei die Gefahr eines Angriffs mit biologischen oder chemischen Waffen.

Auch was die Ziele betrifft, ist sich Buffett sicher. New York oder Washington ständen ganz oben auf der Liste der Angreifer. Denn das wichtigste Ziel der Terroristen sei es, das Land zu traumatisieren und möglichst viele Menschenleben zu vernichten.

Die Versicherer würden auf die rasant angewachsene Nachfrage nach Policen gegen Terroranschläge reagieren, doch das Risiko, dass von ABC-Waffen ausginge, würde auch die größeren Privatunternehmen überfordern. Hier könne letztlich nur der Staat eine Garantie geben, sagte Buffett.

Warren Buffett ist einer der reichsten Männer der USA. Durch eine geschickte Anlagestrategie hat seine in Nebraska ansässige Firma Berkshire Hathaway seit Mitte der fünfziger Jahre ein riesiges Vermögen angehäuft. Die alljährliche Hauptversammlung von Birkshire Hathaway hat sich inzwischen zur Kultveranstaltung entwickelt. 15.000 Anleger geben dort nach alter Tradition ihrem Guru nach wenigen Minuten die Entlastung. Danach nimmt sich der Börsenguru stundenlang Zeit, um seinen Investoren Anlagetipps zu geben. Seine Äußerungen über diesen oder jenen Wert haben am folgenden Börsentag oft gravierende Auswirkungen dessen Kursverlauf.

Buffett gilt als konservativer Investor mit Anlagen in American Express, Coca-Cola, Gillette, "The Washington Post" sowie Wells Fargo. Auch die Kreditrating-Agentur Moody's gehört zu Buffetts Reich. Die meisten Aktienpositionen in seinem Depot hält der Aktienguru bereits seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten - gemäß seinem Motto: "Kaufe nie eine Aktie, die Du nicht auch zehn Jahre halten würdest."

Zu Buffetts Birkshire Hathaway Fonds gehört unter anderem auch der größte US-Rückversicherer General Re, der nach den Terroranschlägen am 11. September einen Schaden von 2,4 Milliarden Dollar hinnehmen musste.



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