Nullrunde Schmidt versucht Rentenkürzung zu vermeiden

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat bestätigt, dass es bei den Pensionen in diesem Jahr eine Nullrunde geben wird. Wegen der schlechten Kassenlage sei eigentlich eine Rentenkürzung notwendig, dies will die SPD-Politikerin jedoch vermeiden.


Rentenempfänger: Kürzung im kommenden Jahr?

Rentenempfänger: Kürzung im kommenden Jahr?

Dortmund - "Die Einkommenssteigerung war so gering, dass ich rechnerisch eigentlich eine Absenkung um 1,1 Prozent hätte vornehmen müssen", sagte Schmidt in einem Interview mit den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Gesetzlich sei für diesen Fall eine Nullrunde vorgesehen.

"Ich bin entschieden dagegen, dass Renten gekürzt werden. Wie es im nächsten Jahr wird, weiß heute niemand", sagte Schmidt weiter. Zahlreiche Wirtschaftsexperten, darunter der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz, halten Rentenkürzungen in den kommenden Jahren für wahrscheinlich. Ministerin Schmidt komme nicht gegen die Mathematik an.

Grafik: Beitragseinnahmen und Rentenausgaben
DER SPIEGEL

Grafik: Beitragseinnahmen und Rentenausgaben

Franz plädiert für eine leichte Kürzung der Renten in Kombination mit einer Anhebung des Renteneintrittsalters. Anfang April hatten die Rentenversicherungsträger darauf hingewiesen, dass 2006 erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Rentenkürzungen drohen könnten.

"Sollten sich Befürchtungen realisieren, dass die Lohnentwicklung negativ läuft, hätte dies Auswirkungen auf die Anpassung 2006", hatte der Direktor des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger Franz Ruland im SPIEGEL erklärt. Das Bundessozialministerium hatte diese als "Spekulation" und "unverantwortliche Panikmache" zurückgewiesen.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.