Nutzfahrzeuge Renault und Volvo erwägen Allianz

Den deutschen Lkw-Herstellern DaimlerChrysler und VW mit Scania erwächst offenbar mächtige Konkurrenz. Angeblich wollen Renault und Volvo eine strategische Allianz im Nutzfahrzeugbereich eingehen.


London - Mit der Kooperation würde einer der größten Lastwagenbauer der Welt entstehen, berichtet die "Financial Times". Renault und Volvo hätten im Falle ihrer Kooperation gemeinsam einen Anteil von mehr als 20 Prozent im US-Markt für schwere Lastwagen und rund 30 Prozent im westeuropäischen Markt. Die Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

Die Allianz könnte aus einer gegenseitigen Beteiligung des schwedischen und französischen Autobauers bestehen, meldet das Blatt weiter. Die Überkreuzbeteiligung solle möglicherweise bereits vor der Volvo-Hauptversammlung am 26. April bekannt gegeben werden, hieß es unter Berufung auf Firmenkreise.

LKW-Produktion von Renault in Blainville: Neuer Nutzfahrzeugriese?
DPA

LKW-Produktion von Renault in Blainville: Neuer Nutzfahrzeugriese?

Der ursprüngliche Plan des schwedischen Konzerns, den Renault-Lastwagenbereich RVI und Mack zu übernehmen, sei von den Franzosen zu Gunsten einer breiteren strategischen Allianz zurückgewiesen worden. Der schwedische Autokonzern war erst vor wenigen Wochen mit der geplanten Übernahme von Scania an dem Veto der Europäischen Kommission gescheitert. Kurz darauf hatte Volkswagen seinen Einstieg bei Scania bekannt gegeben.

Zu Gute kämen den Autobauern auch ihre Engagements in Asien. Volvo kooperiert bei der Herstellung schwerer Lastwagen bereits mit dem japanischen Autobauer Mitsubishi. Renault ist an Nissan Diesel beteiligt.

Unterdessen hat VW-Chef Ferdinand Piëch weitere Expansionspläne in Aussicht gestellt. Er erwäge mit dem neuen Partner im Lkw-Bereich, Scania, eine Fabrik in China zu eröffnen. Zudem stellte er erneut in Aussicht, dass VW den Nutzfahrzeughersteller MAN übernehmen könnte. Derzeit sei das Unternehmen aber noch zu teuer.



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