Schleppende Erholung OECD korrigiert Wachstumsprognose für Deutschland stark nach unten

Die Industrieländerorganisation OECD geht 2021 nicht mehr von einem kräftigen Wirtschaftswachstum in Deutschland aus – ganz anders, als die Bundesregierung.
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Die Industrieländervereinigung OECD erwartet angesichts der noch nicht überwundenen Coronakrise einen deutlich langsameren Wirtschaftsaufschwung, als zunächst vorhersagt. Die Weltwirtschaft dürfte nach einem starken Einbruch 2020 im neuen Jahr lediglich um 4,2 Prozent wachsen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris in einer Konjunkturprognose mit. Für 2022 werde dann ein Plus von 3,7 Prozent erwartet.

Noch Mitte September hat die OECD für das kommende Jahr einen Wiederanstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent prognostiziert. Im laufenden Jahr werde die globale Wirtschaft um etwa 4,2 Prozent schrumpfen, so die Organisation. Das ist etwas weniger als zunächst befürchtet.

Allerdings gebe es »zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie nun Hoffnung auf eine bessere Zukunft«, berichtete OECD-Chefökonomin Laurence Boone mit Blick auf die erwarteten Corona-Impfstoffe. »Das Schlimmste wurde vermieden (...)«, erklärte sie weiter – denn ohne enorme öffentliche Hilfen würde die wirtschaftliche und soziale Lage schlechter aussehen. Viele Staaten hatten in der Krise die Geldhähne geöffnet, um Unternehmen und Bürgern zu helfen. Steigende Defizite sind vielerorts die Folge.

Die deutsche Wirtschaft leidet nach Einschätzung der OECD stärker unter der Corona-Pandemie als erwartet: Die Organisation korrigierte ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr auf 2,8 Prozent nach unten. Damit ist die OECD deutlich zurückhaltender als die Bundesregierung, die bisher 2021 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent rechnet.

Die Coronakrise »lastet weiter auf der Wirtschaft« der Bundesrepublik, so die OECD. »Auf den schnellen Aufschwung im dritten Quartal 2020 folgt ein Schrumpfen im vierten Quartal und eine allmähliche Erholung 2021«. Für dieses Jahr rechnet die Organisation weiterhin mit einem Einbruch des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund 5,5 Prozent. Für 2022 erwartet sie dann einen Aufschwung von 3,3 Prozent.

beb/dpa
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