OECD-Prognose Lebensmittelpreise werden deutlich steigen

Die Nachfrage steigt, die Ressourcen werden knapper: Die Preise für Lebensmittel werden laut OECD in den kommenden Jahren massiv steigen. Für Entwicklungsländer sieht es besonders schlecht aus.

Paris - Derzeit freuen sich Kunden noch über preiswerte Einkäufe im Supermarkt - doch damit ist offenbar bald wieder Schluss: In den kommenden Jahren werden Brot, Butter und Eier deutlich mehr kosten als heute, erwartet die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). Die weltweite Wirtschaftskrise und damit verbundene niedrige Energiepreise sorgen demnach nur für eine kurze Verschnaufpause.

Landwirte bei der Arbeit: Profiteure der Entwicklung

Landwirte bei der Arbeit: Profiteure der Entwicklung

Foto: ddp

Angst vor neuen Rekordpreisen wie in 2008 müssten Verbraucher deshalb zwar zunächst nicht haben, schreibt die OECD zusammen mit der Uno-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in einem Ausblick für die Jahre 2009 bis 2018. Langfristig aber seien extreme Preisschwankungen wie im vergangenen Jahr nicht ausgeschlossen.

Im vergangenen Jahr war die Inflationsrate zeitweise auf drei Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Preisstabilität jedoch bei einer Inflationsrate von rund zwei Prozent gewährleistet.

Künftige Preisschwankungen könnten dadurch entstehen, dass die Preise für Lebensmittel inzwischen stärker an die Kosten für Energie gebunden seien als früher. Auch sei das Wetter unberechenbar.

Bis auf Rind- und Schweinefleisch werde demnach alles durchschnittlich teurer bleiben als vor den 2008 erreichten Rekordpreisen. So dürften etwa die Getreidepreise in den kommenden zehn Jahren inflationsbereinigt 10 bis 20 Prozent über dem Durchschnitt von 1997 bis 2006 liegen, erwartet die OECD. Die Preise für Pflanzenöle dürften sogar um mehr als 30 Prozent steigen.

Größte Verlierer der Entwicklung werden den Organisationen zufolge die ohnehin Ärmsten sein. So bestehe langfristig weniger die Gefahr, dass es nicht genug Nahrungsmittel gebe, sondern dass die Armen nicht ausreichend Zugang dazu hätten. Weltweit litten eine Milliarde Menschen Hunger, betonten OECD und FAO.

Gewinner seien die Landwirte. Sie stünden in Krisen grundsätzlich besser da als andere Wirtschaftsbereiche, weil Nahrungsmittel zu den Grundbedürfnissen zählen. Die erwartete wirtschaftliche Erholung und die damit wieder steigende Nachfrage in den Industriestaaten könnten die Preise der Agrarrohstoffe zudem wieder antreiben. Dazu trügen auch die wachsenden Biokraftstoff-Märkte bei.

yes/AFP
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