Öffentlicher Dienst Tarifstreit geht in die dritte Runde

Die Forderungen von Arbeitgebern und Gewerkschaft liegen noch weit auseinander: Die nächsten Verhandlungen im öffentlichen Dienst wurden mit Streiks vorbereitet.
Ort einer Verdi-Kundgebung in Dortmund: Die aufgesprühten Kreuze sollen Proteste mit Corona-Abstand ermöglichen

Ort einer Verdi-Kundgebung in Dortmund: Die aufgesprühten Kreuze sollen Proteste mit Corona-Abstand ermöglichen

Foto: Bernd Thissen / dpa

Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst geht in die dritte Runde - und Zehntausende Beschäftigte haben erneut in zahlreichen Regionen Deutschlands die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren am Dienstag beispielsweise Krankenhäuser, Behörden, Kitas, Straßenreinigungen, Recyclinghöfe und die Müllabfuhr.

30.000 Menschen waren allein in Nordrhein-Westfalen an dem Warnstreik beteiligt, hieß es bei der Gewerkschaft Ver.di. In Rheinland-Pfalz und im Saarland kamen demnach mehr als 10.000 Streikende zusammen. In Baden-Württemberg seien es rund 5000 Teilnehmende gewesen, in Hamburg und Berlin etwa beteiligten sich jeweils rund 4000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Mit den Aktionen wollte die Gewerkschaft vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am Donnerstag und Freitag Druck auf die Arbeitgeber aufbauen. Verhandelt wird am Donnerstag.

Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit des neuen Tarifvertrages ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben für die bundesweit knapp 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Darüber hinaus gibt es unter anderem Streit über die Angleichung von Gehältern im Osten an die im Westen und über Fragen der Eingruppierung.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht im Angebot der Arbeitgeberseite eine Anerkennung der Arbeit von Beschäftigten in systemrelevanten Berufen. "Wir honorieren mit unserem Angebot, was die Helden in der Krise leisten", sagte der CSU-Politiker. Nach Angaben des Innenministeriums können Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen durch den Arbeitgebervorschlag mit bis zu 1800 Euro mehr im Jahr rechnen.

Anmerkung: In einer früheren Version gab es falsche Angaben darüber, wie weit die Forderungen der Tarifparteien auseinander liegen. Die Stellen wurde geändert.

mamk/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.