Ökologischer Umbau Waldbesitzer fordern Unterstützung in Milliardenhöhe

Dürre und Borkenkäferbefall haben dem Baumbestand in den vergangenen Jahren massiv zugesetzt. Um die Wälder besser gegen den Klimawandel zu rüsten, verlangen die Besitzer finanzielle Hilfen aus Berlin.
Löscharbeiten an einem Hang im Harz: Klimawandel ist die größte Herausforderung

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Foto: Matthias Bein / dpa

Für den Umbau der Wälder zu mehr Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel haben Waldbesitzer mehr Unterstützung gefordert. »Die Zeit drängt, die Bundesregierung muss handeln. Die Finanzierung der Anpassung des Waldes an den Klimawandel muss zügig umgesetzt werden«, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Andreas Bitter, vor einer Sondersitzung  der Agrarminister am Montag.

Seit 2018 seien bereits über 400.000 Hektar Waldfläche durch die Folgewirkungen zunehmender Temperaturen und Trockenheit zerstört worden, betonte Bitter. Der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, ergänzte: Wenn nicht in den dringend notwendigen Waldumbau investiert werde, würden die Folgen vor allem die nächsten Generationen treffen. Die Wälder seien »unsere erfolgreichsten Klimaaktivisten.« AGDW und die Familienbetriebe Land und Forst vertreten zwei Millionen Waldbesitzer in Deutschland.

Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, Georg Schirmbeck, bezifferte den materiellen Schaden durch Dürre und Borkenkäferbefall in der »Neuen Osnabrücker Zeitung« auf 12,5 Milliarden Euro, verteilt über drei Krisenjahre. Deutlich darüber lägen die Kosten für Wiederaufforstung und Anpassung an den Klimawandel: »Der Umbau des deutschen Waldes wird sehr vorsichtig geschätzt 50 Milliarden Euro kosten«, sagte Schirmbeck. Der Staat müsse Waldbesitzer mit jährlich einer Milliarde Euro unterstützen.

BUND will »ökologische Waldwende«

Thema bei dem Ministertreffen soll auch der Umgang mit dem Rohstoff Holz sein. Der Forstwirtschaftsrat fordert Rahmenbedingungen, die eine aktive Waldbewirtschaftung und die nachhaltige Nutzung von Holz gewährleisten. »Der nachwachsende Rohstoff Holz ist sowohl als Baumaterial als auch als Endenergieträger ein wichtiges Element zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung mit der Abkehr von fossilen Brennstoffen«, so Schirmbeck. Die Holzindustrie warnte davor, die Waldnutzung zu reduzieren: Es dürfe kein weiterer Wald aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie (HDH), Denny Ohnesorge, dem RND.

Der Umweltverband BUND hingegen forderte deutliche Schritte, um Wälder langfristig zu erhalten. »Unsere Wälder sind durch mehrere Dürrejahre, zu intensive Forstwirtschaft und den großflächigen Anbau von Nadelbäumen geschwächt«, sagte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Wir fordern eine ökologische Waldwende.« So müsse mindestens ein Zehntel der Waldfläche als Naturwald ausgewiesen werden, in dem die Forstwirtschaft dann nicht mehr eingreifen dürfte. Nötig sei auch der zügige Umbau von Nadelforsten zu Laubwäldern.

dam/dpa-AFX
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