Ökonom über den Brexit In diesen Punkten sollte Europa den Briten entgegenkommen

"Trump hofiert Johnson, um Merkel zu ärgern", sagt Volkswirt Gabriel Felbermayr - und macht konkrete Vorschläge für den weiteren Umgang mit dem Brexit.
Foto: Saul Loeb / AFP

SPIEGEL: Herr Felbermayr, trinken Sie gern schottischen Whisky?

Felbermayr: Sehr selten. Aber ich habe einige Flaschen im Haus, falls mal Gäste kommen.

SPIEGEL: Denken Sie darüber nach, auf andere Marken umzuschwenken, wenn es zum Brexit kommen sollte?

Felbermayr: Das kommt darauf an, ob Europa einen Zoll erhebt. Nach jetzigem Stand ist das eher unwahrscheinlich. Und wenn dann noch das Pfund abwertet, womit im Brexit-Fall zu rechnen wäre, könnte Scotch sogar billiger werden. Dann würde ich ihn natürlich weiter kaufen.

SPIEGEL: Die jüngste Niederlage von Premier Boris Johnson vor dem Obersten Gericht stärkt aber seine Gegner im Unterhaus, die einen EU-Austritt ohne Abkommen verhindern wollen. Ist der sogenannte harte Brexit damit vom Tisch?

Felbermayr: Keineswegs. Johnson hat immer gesagt, dass er zur Not auch ohne Deal aus der EU ausscheiden will.

SPIEGEL: Aber genau das hat das Unterhaus doch per Gesetz ausgeschlossen.

Felbermayr: Nein. Das Unterhaus hat Boris Johnson gezwungen, die EU um eine Verlängerung der Verhandlungen zu bitten. Dieser Bitte wird er wohl nachkommen. Damit wäre zwar ein harter Brexit Ende Oktober verhindert, danach aber kann es jederzeit dazu kommen. Johnson drängt auf Neuwahlen. Weil er in den Umfragen gut dasteht, ist seine Position besser, als es viele in Deutschland wahrhaben wollen.

SPIEGEL: Und dann könnte es zu jenem ungeregelten Austritt kommen, vor dem sich Europa fürchtet. Ist die Angst berechtigt?

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