Ölpreis Airbus-Chef warnt vor Kollaps der Luftfahrtindustrie

Der steigende Ölpreis löst bei Wirtschaftbossen Existenzängste aus: Der Vorstandsvorsitzende von Airbus, Thomas Enders, warnt vor den Folgen der zunehmenden Energiekosten. Bei einem Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel drohe sogar ein "Kollaps" der Luftfahrtindustrie.


Leipzig - Es gebe Menschen, die aus Umweltgründen über den steigenden Ölpreis froh seien, doch er gehöre nicht dazu, sagte Airbus-Chef Thomas Enders auf dem "International Transport Forum" in Leipzig.

Airbus-Chef Enders: Unglücklich über hohen Ölpreis
REUTERS

Airbus-Chef Enders: Unglücklich über hohen Ölpreis

Ab einem bestimmten Punkt sei die Luftfahrtindustrie existenziell betroffen. Bei Fluglinien machten Treibstoffkosten schon jetzt 30 bis 40 Prozent der gesamten Betriebskosten aus. "Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass die Branche einen Preis von 200 Dollar verkraften könnte", sagte Enders. Es drohe ein "Kollaps".

Der Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA), Nobuo Tanaka, sprach von der Möglichkeit einer "dritten Ölkrise". Das Problem sei nicht so sehr das limitierte Angebot als die extrem stark steigende globale Nachfrage nach immer mehr Öl. "Wir müssen mit dem Verbrauch runter", sagte Tanaka.

Auf dem "International Transport Forum" beraten Verkehrsminister und Fachleute aus aller Welt über den Beitrag des Verkehrs zum Klimawandel und mögliche Lösungen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte globale Standards für den Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen.

Christian Schwägerl

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.