Ölpreis Saudi-Arabien dreht den Hahn zu

In Wien debattieren die Opec-Mitgliedsstaaten heute über Förderkürzungen - und die Öl- und Benzinpreise klettern wieder kräftig. Ein Großbrand in einer der weltweit größten Raffinerien verunsichert die Märkte zusätzlich.


Ein Wachmann auf dem Dach der Opec-Zentrale in Wien: Ölpreis auf 13-Jahres-Hoch
REUTERS

Ein Wachmann auf dem Dach der Opec-Zentrale in Wien: Ölpreis auf 13-Jahres-Hoch

Houston/Wien - Bei dem für den heutigen Mittwoch anberaumten Treffen der Fachminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stehen die Fördermengen im Mittelpunkt. Noch ist unklar, ob das Kartell an der Anfang Februar vereinbarten Kürzung der Fördermenge festhält. Der Beschluss, der am 1. April in Kraft treten soll, hatte einen Preissprung verursacht.

Ursprünglich plante die Opec, die Förderquote in zwei Schritten bis zum 1. April um 2,5 Millionen Barrel am Tag zu senken. Dies käme einer Drosselung von rund zehn Prozent gleich. Angesichts der jüngsten Preisturbulenzen auf dem Rohölmarkt hegten viele Abnehmerstaaten die Hoffnung, dass die Opec ihre angekündigten Maßnahmen überdenken werde.

Die politische Krise in Venezuela, deutlich höhere Nachfrage in China und geringe Lagerbestände in den USA hatten den Ölpreis in der vergangenen Woche auf ein 13-Jahres-Hoch steigen lassen. Mehr als zwei Dutzend überwiegend demokratische US-Senatoren haben unterdessen US-Präsident Bush aufgefordert, den Druck auf die Opec zu erhöhen, um Schaden für die US-Wirtschaft durch die hohen Ölpreise abzuwenden.

Erst am Dienstag signalisierte jedoch Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi, an der Quotenkürzung festhalten zu wollen. Sein Land habe die geplanten Förderkürzungen bereits durchgesetzt. Rückendeckung erhielt al-Naimi von seinen Amtskollegen aus Algerien und Libyen.

Die Aussagen al-Naimis sorgten am Ölmarkt für einen erneuten Preissprung. Der Preis für ein Barrel (Fass zu 159 Litern) der Nordseesorte Brent stieg auf 33,00 Dollar. An der New York Mercantile Exchange stiegen Benzin-Futures auf ein Allzeithoch.

Neben der Opec-Förderquote hat auch ein Zwischenfall in einer zum Energiekonzern BP Chart zeigen gehörenden Raffinerie den Benzinpreis in die Höhe getrieben. In dem Werk in Texas-City nahe Houston ist am Dienstagabend ein Großfeuer ausgebrochen.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.